Pfarrchronik Grünburg 1873 - 1968

- 70 - Dechant Johann Andlinger von Steinbach, der gesamte hiesige Sanitätsausschuss, langjährige Freunde des Verewigten aus Linz, Steyr, Grünburg, Steinbach usw. und zahlreiches betendes Volk. Tief ergreifend war der Augenblick, als der Sarge des Teueren unter einem rührenden Abschiedsliede der hiesigen Feuerwehr-Musikkapelle und unter Schwenkens der anwesenden Fahnen - über dem offenen Grabe - in die Tiefe gesenkt wurde. Möge nun Herr Piger ausruhen von den vielen Mühen und Strapazen, die er im Verlaufe von rund 29 Jahren bei Tag und bei Nacht, bei Sturm und Regen, im Sommer und im Winter in dieser beschwerlichen Gebirgsgegend ausgestanden hat. Gott sei ihm Vergelter für all das viele Gute, dass er getan. Sein Andenken hier wird ein gesegnetes bleiben. 6. Oktober Dem verlogenen „Kremstalboten“ ging folgende Berichtigung zu. Unter Berufung auf §19 des Pressegesetzes ersuche ich um Aufnahme folgender Berichtigung der mich betreffenden Notiz im „Kremstalboten“ № 39 d.J. unter der gesetzlich geforderten Modalitäten: Es ist unwahr, dass ich nach Einsegnung der Leiche „schleunigst“ nach Grünburg zurückfuhr; wahr ist, dass mit der Steyrtalbahn gleichzeitig nach der Übergabe der Leiche an die bereitstehende hochwürdige Geistlichkeit aus Leonstein auch mein hochw. Herr Cooperator, Herr Bürgermeister Johann Traunmüller von Grünburg, Herr Oberlehrer und Organist Karl Ahorner von Grünburg mit seinen Chorsängern und der hiesige Pfarrmesner Herr Leopold Edtbauer mit dem Kreuzträgern und den Ministranten nach Grünburg zurückfuhren. Es ist unwahr, dass meine Handlungsweise eine „geschäftsmäßige“ war; wahr ist, dass ich in Erfüllung meiner mit der Familie Krawatsch eingegangenen Verbindlichkeiten nach Grünburg zurückfahren musste, da ich am gleichen Vormittage für die Verstorbene Frau Mutter des Herrn Krawatsch in der Pfarrkirche Grünburg das Totenamt samt Libera zu halten hatte. Es ist endlich unwahr, dass meine Rückkehr „allgemein“ auffiel; wahr ist, dass die bewusste Beerdigungsweise, nämlich Aussegnen aus dem Trauerhause, Begleitung der Leiche bis zur Nachbar-Pfarrgrenze und nochmalige Einsegnung hierorts üblich ist, (vide die analogen Beerdigungsfälle neuesten Datums nämlich Reitter, Reitmayr, Sommerhuber, Eisterlehner usw.) und dass diese Beerdigungsweise sowohl der Familie Krawatsch mündlich und schriftlich, wie dem hochw. Herrn Pfarrer von Leonstein pfarramtlich bekannt gemacht worden war und daher bekannt war, dass ich zur Abhaltung des Totenamtes nach Grünburg zurückkehren musste. Pfarramt Grünburg, am 6. Oktober 1908 , Georg Fierlinger, Pfarrer 11. November Johann Feigl, k.k. Diener, Mann der Hedwig, geb. Oberndorfer, gestorben in Wien X, Kundratstraße 3, Pfarre St. Anton, am 5. November 1908 um 5 Uhr abends, wurde - seiner letztwilligen Anordnung gemäß - aus Wien nach Grünburg überführt und im hiesigen Friedhofe beerdigt. 15. November

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