Pfarrchronik Grünburg 1873 - 1968

- 68 - Untergrünburg 71; er war ein Radetzkydiener, ein strammes Mitglied des hiesigen Veteranenvereines und wurde mit allen militärischen Ehren im hiesigen Friedhofe beerdigt. Er war ein Muster von militärischer äußerer Nettigkeit und Reinlichkeit bis zu seinem Lebensende. 7. Februar Brandhuber Ludwig, lediger Maurer und Inwohner in Wagenhub 73, verunglückte bei der Kullmann‘schen Holzarbeit im Tiefenbach; wahrscheinlich wurde er beim Bloch herablassen durch die „Rieß“ oder auf der „Rieß“ „dahölzt“. Sein Leichnam wurde in die hiesige Leichenkammer überführt und dann am hiesigen Friedhof beerdigt. Dieser Unglücksfall war ein furchtbarer Schlag für den Vater des Verunglückten, da er als schwerkranker Mann den Ernährer verlor, die Mutter des Verunglückten, also seine Ehegattin, die mit Brotaustragen den Lebensunterhalt herbeischaffte, erst kaum vor zwei Jahren am 27.2.1906 dahinsterben sehen musste und zudem einen ganz erwerbsunfähigen Krüppel mit verkrüppelten Füßen und mit einem Ballon-Schädel als Sohn zu Hause zum ernähren hat. Der Vater scheint darum auch zeitweilig auseinander - ganz geistesgestört - zu sein. Am 14. Juni starb Frau Atteneder Cäcilia, Untergrünburg 224, Fabriksarbeiters- und Hausbesitzerstochter daselbst und wurde mit Bewilligung der k.k. Bezirkshauptmannschaft Kirchdorf und mit Zustimmung des Pfarramtes Grünburg gegen Erlag der gleichen Beerdigungsgebühren für Kirche, Priester, Organist, Mesner und Totengräber wie in Steinbach an der Steyr am 16. Juni um 10 Uhr vormittags im Friedhofe Steinbach beerdigt. Bei der Conduct-Abmachung im hiesigen Pfarramte schwur der Vater der Verstorbenen hoch und teuer, dass er wegen der doppelten Zahlung nie mehr eine außerpfarrliche Beerdigung anstreben werde. Am 17. August wurde Herr Auinger Karl, verehelichter Taglöhner und Inwohner in Pernzell 54 um ½ 6 Uhr früh in einem Bette im Fuchsengute in Pernzell № 48, hiesige Pfarre, tot aufgefunden. Er war am Sonntag, den 16. August, beim Fuchsen in der Pernzell auf Besuch ins Zitherspielen und Singen, wurde daselbst von seinem angeblichen Bauchleiden befallen, nahm zur Linderung der angeblichen Bauchschmerzen Branntwein und wurde hierauf ins Bett gebracht. Man hoffte, wie sonst immer, auf baldige Besserung, indes wurde er am nächsten Morgen mit dem Angesichte auf dem Bette liegend und angekleidet neben seinem Schlafkameraden, dem alten Auszugsbauer, tot aufgefunden. Das ärztliche Parere lautete: Lähmung des Nervensystems infolge übermäßiger Alkoholintroduction. Kaiserfest Am Sonntag, den 23. August fand ein außerordentliches Kaiserfest aus Anlass des 60jährigen Regierungs-Jubiläums seiner Majestät unseres allergnädigsten Kaisers Herrn Franz Josef I. statt. Um 9 Uhr nach Ankunft des Steyrtalbahnzuges fand eine hl. Feldmesse mit Predigt am Kirchenplatze statt, welchem Gottesdienste die hiesige Gemeindevertretung mit Herrn Bürgermeister Johann Traunmüller, die hiesige k.k. Beamtenschaft mit dem Herrn L.G.R Anton Panstingl, die hiesige k.k. Gendarmerie, die k.k. Finanzwache, der

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