- 66 - Brand Am Freitag, den 18. Mai circa ½ 5 Uhr früh fing es im Hause des Herrn Bäckermeisters Machholders in Obergrünburg zu brennen an. Da Regenwetter herrschte und ziemlich dichter Nebel lag, konnte das Feuer nur in einem geringen Umkreise beobachtet werden, sodaß das Haus in kurzer Zeit bis auf die Mauern niederbrannte, ehe Hilfe kam. Herr Julius Engl, Betriebsleiter der Haunoldmühle, erschien mit seiner Hausfeuerspritze am Brandplatze; später kam auch die Feuerwehr Grünburg, trat aber nicht mehr in Aktion. Herr Wachholder erleidet einen bedeutenden Schaden, da ihm vier Betten samt Pölster und Tuchenten, mehrere Kästen samt Kleider und Wäsche, Mehlvorrat um 150 fl usw. und dazu 200 fl in Barem, ein großer Teil des Warenlager von Herrn Wimmers Filiale, die in diesem Hause untergebracht war, verbrannten. Das Feuer soll durch Explosion einer Petroleumlampe entstanden sein. Das abgebrannte Haus ist Besitz des gegenwärtigen hochw. Herrn Propsteicooperators in Mattighofen, früher Cooperator in Grünburg. Zur Linderung der Not der verunglückten Bäckersfamilie lud der Ortspfarrer am darauffolgenden Sonntage, den 20.5. von der Kanzel aus die Pfarrgemeinde zu einem Opfergange für dieselben am Christi-Himmelfahrts-Tage ein, dessen Ergebnis über 39 K betrug. Hagelschlag Am Samstag, den 19. Mai nachmittags zwischen ½ 2 - ¾ 2 brach ein furchbares Gewitter mit wolkenbruchartigen Regen und Hagelschlag in der Richtung vom Traunstein und Spering in unser Tal herein. Der Hagel fiel außerordentlich dicht, doch richtete derselbe gottlob nur ganz unbedeutenden Schaden an Roggen, Bäumen und Gärten an, da die Eiskörner doch nur Bohnengröße hatten und die großen Schlossen nur vereinzelt fielen. Gott bewahre uns vor weiterem Schaden. Verunglückt Am 29. September verunglückte Francisca Hois, vulgo „Hois Fany“, zum größten Schmerze ihrer alten Mutter und ihrer älteren Schwester auf dem Rückwege von Steyr, wo sie in Amorts Geschäfte Maultrommeln ablieferte und Geld einkassierte, über Aschach an der Steyr nach Grünburg auf dem sogenannten Aschacherweg unweit des Grubnergutes durch ausgleiten auf dem äußerst schlüpfrigen Wege, wobei sie rücklings mit aller Wucht auf das Hinterhaupt stürzte, im bewusstlosen Zustande in einen Wassergraben kollerte und da im aufgestauten Wasser ertrank bzw. erstickte. Verbrechen ist vollkommen ausgeschlossen. Ihre Leiche wurde mit Bewilligung der k.k. Bezirkshauptmannschaft Steyr in den Friedhof Grünburg zur Beerdigung überführt. R.I.P. Am 25. October um 10 Uhr vormittags verunglückte der Vater des Ebner in Untergrünburg № 90 Herr Karl Gaspelmayr dadurch, dass er beim Futterschneiden im Heuboden einen Fehltritt machte und auf die Tenne herabstürzte und mit zerschmetterten Gliedern tot liegen blieb. R.I.P. 1907 12. Mai
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