Pfarrchronik Grünburg 1873 - 1968

- 64 - Es ist ein ehrwürdiger Brauch der römischen Päpste, dass jeder Papst bald nach seiner Thronbesteigung der kathol. Christenheit einen Jubiläumsablaß , ein sogenanntes außerordentliches Jubiläum gewährt. Diesem Brauche ist auch gegenwärtiger Heiliger Vater treu geblieben und er benutzt in seiniger Weise den Anlass des 50-jährigen Jubiläums der Unbefleckten Empfängnis, um in diesem Jahre dem katholischen Erdkreise einen Jubiläumsablaß zu gewähren. Dieses Jubiläum begann bei uns in der Diözese Linz mit dem 8. Sept. 1904 und endete mit dem 8. Dec. 1904. Zur Gewinnung des Jubelablasses waren 3 Bedingungen gefordert: a) einen 3 maligen Kirchenbesuch zu machen, b) einen eigenen Fasttag zu halten und die hl. Sacramente der Buße und des Altares würdig zu empfangen. Für die Bewohner der Pfarre Grünburg fand die 1. Jubiläumsprocession am Sonntag, den 18. Sept. um 2 Uhr nachmittags in nachstehender Ordnung statt: Die Theilnehmer an der Procession versammelten sich um 2 Uhr nachmittags in unserer Pfarrkirche, wo die Ablaßgebete gemeinsam verrichtet wurden (1. Kirchenbesuch). Dann ordnet sich die Procession, vorne die Schulkinder, und geht über den Kirchenplatz, hinab zum Baumann - Rötzer’schen Hause, von da gegen den Pfarrhof und über die Stiege wieder in die Kirche herauf (2. Kirchenbesuch). In der Kirche wird nicht Halt gemacht, sondern durch das Mittel- oder Seitenportal betend eingezogen, und sogleich durch das Hinterportal hinaus, zum Leichenhause hinab und vorüber bis zum Ende des Friedhofes, auf der anderen Seite des Friedhofes herauf, auf den Kirchenplatz hinaus zum Seiserhof, um denselben herum, wieder zurück in die Kirche (3. Kirchenbesuch), wo abermals die Ablaßgebete verrichtet wurden und die Andacht mit der Herz-Jesu-Litanei und hl. Segen geschlossen wurde. So wurden alle 3 Jubiläumsprocessionen abgehalten. Volksmission In der Zeit von Sonntag, den 4. December bis Sonntag den 11. December, wurde in unserer Pfarrkirche eine hl. Volksmission durch die H.H. Patres Matthias Wieser, P. Zehengruber und P. Gruber aus dem Missionshause der Gesellschaft Zesum Steyr abgehalten. Die Predigten wurden sehr gut besucht, besonders die des P. Zehengruber, Communionen wurden 2000 ausgeteilt. 1905 24. April Rosztotcky David, lediger Bäckergeselle, zuletzt Vagabund, Sohn des gewesenen Gemeindearztes in Grünburg, Regimentsarzt in Pension Rosztotcky, wurde am Ostermontage den 24.4. um 9 Uhr Vormittag in der Tenne des Wagenhubergutes № 6, Ortschaft Wagenhub, tot aufgefunden. Er verunglückte augenscheinlich durch einen Sturz mit seinem Kopf auf einen in der Tenne stehenden Wagens am Wege zu seinem Nachtlager im Heuboden. Montag, den 28. August um 11 Uhr vormittags, fand unter mächtigem Böllerknall in der festlich geschmückten Schlosskapelle des Schlosses Veichta, vulgo Leonstein, die feierliche Taufe des jüngst geborenen Söhnchen des Herrn Dr. Theodor Grafen von Salburg,

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