- 6 - Pfarrkirche Grünburg unter dem Patronate der Herrschaft Steyr - zum Hl. Georg Beschreibung vom Jahre 1861, und vom Jahre 1873 an. Das Kirchengebäude liegt im südlichen Theile des dazugehörigen Friedhofes mit dem Hochaltare gegen Osten; es ist 54 Schuh lang - 30 Schuh breit und ebenso hoch; im Innern gothig gewölbt. An der Epistelseite ist die Sakristei, an der Evangelienseite eine Kapelle angebaut. Der Thurm, dessen Gemäuer 10 Klafter Höhe hat, erhebt sich an der Rückseite der Kirche. Die Kirche, welche von außen und innen frisch geweist ist, und deren Presbyterium samt Kapelle neu gemalen ist, ist in gutem Bauzustande, sie hat neben dem Hochaltare (mit dem kunstvoll gemalenen, durch die Munificung des Herrn Fürsten Lamberg restaurierten Gemälde des hlg. Georg) zwei Seitenaltäre und einen Altar in der Kapelle, alle in guten Zustande, eine schön geschnitzte Kanzel und mehrere schön gearbeitete Statuen. (St. Wolfgang - St. Donatus – St.Sebastian – St. Florian) dann der hl. unbefleckte Jungfrau und der 4 Evangelisten an der Kanzel. Sie hat rückwärts zwei Emporkirchen, von welchen die obere (neu hergestellt) auf welcher die neugebaute Orgel (Moser in Salzburg) angebracht ist, als Musikchor dient, die untere mit Männersitzen versehen, noch im guten Zustand ist. Die Kirche und Sakristei sind mit Ziegeln gedeckt. Die Thurmkuppel ist mit kleinen, rothgefärbten Schindeln gedeckt, und noch in gutem Zustande. Die Kirche hat zwei Eingangsthüren, von denen die rückwärtige mit Eisenblech überzogen ist, die Seitenthüre ist aus hartem Holz; außerdem führt noch eine Thür auf die Emporkirche, und eine andere in die Sakristei und von dort in das Presbyterium, beide sind auch mit Eisenblech überzogen. Die Kirche hat 6 längliche Fenster (gothisch), welche dieselbe hinlänglich erhellen; die Kapelle hat 2 verhältnismäßig kleinere Fenster, ebenso Sakristei, Oratorium und Musikchor. Die Kirchenfenster haben alterthümliche fünfeckige kleine Fenstertafeln und sind mit Netzen von Eisendraht versehen. Die Kirchenstühle sind noch in gutem Zustande. Der Thurm hat oben ein Glockenhause nach den 4 Seiten vier Thurmfenster, von denen die an der Westseite mit hölzernen, die an der Südseite mit Eisenblech-Jalousien geschützt sind. An der Südseite des Thurmes befindet sich das Ossarium . Zur Kirche gehört auch eine am Fuße der Kirchenstiege gelegene kleinhölzerne Kapelle mit einem großen Krucific, Figuren aus Blech – Maria und Johannes (letztere zwei wurden hinzugekauft); die Erhaltung der Kapelle hat die Kirche übernommen nach Erhaltung einer 4-prozentigen Notenrente (Stiftbrief 24. April 1859, Cäcilia Grubmüllerische Kapellenstiftung) Der zur Kirche gehörige Friedhof liegt zum größten Theile hinter derselben; er wurde bedeutend vergrößert, erscheint noch zu klein zu werden; er umfasst einen Flächenraum von mehr als ½ Joch. Auf dem Friedhofe befinden sich zwei hölzerne Krucifice, eines vor, das andere hinter der Kirche. Der Friedhof ist größtentheils mit einer Mauer, die mit Brettern gedeckt ist, umgeben. Die Grabstätte der Familie Graf Salburg im Schlosse Leonstein ist durch Stiftung einer 5-prozentigen Obligation gesichert.
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