Pfarrchronik Grünburg 1873 - 1968

- 57 - Protocoll Aufgenommen am 16. August 1902 von der k.k. Bezirkshauptmannschaft Kirchdorf im Pfarrhofe Grünburg Gegenstand ist die commissionelle Erhebung des Bauzustandes der Pfarrhofbaulichkeiten in Grünburg, der nötigen Reparaturen bei diesen Bauten und die Verhandlung über die Kostenbestreitung. Gegenwärtig 1. Seitens der k.k. Bezirkshauptmannschaft Kirchdorf: Herr Hans Freiherr P. Riefel, k.k. Bezirksoberkommissär als Commissionsleiter mit dem Herrn k.k. Oberingenieur, Baubezirksleiter Rudolf Wiesmayr, als technischer Sachverständiger. 2. Seitens des Dekanates Molln Herr Dechant Ignaz Treml, Pfarrer in Molln 3. In Vertretung des Patrones, Sr Excellenz Graf Heinrich Lamberg, - Besitzer der Fidei-Commiss-Herrschaft Steyr Dr. Prager. 4. Seitens des Kirchenvermögensverwaltung Herrn Georg Fierlinger, Pfarrer in Grünburg und die beiden Zechpröbste Anton Mitterhuber und Sebastian Wasserbauer, Ökonomen in Grünburg. 5. In Vertretung der Gemeinde Grünburg Herr Bürgermeister Moriz Ludwig, Herr Johann Nußbaumer, Herr Michael Laglsdorfer, beide Gemeinderäte und das Ausschussmitglied Alois Weinberger. Mit der Eingabe von 1. Juni 1902 hat das Pfarramt in Grünburg um die commissionelle Erhebung des Bauzustandes der Pfarrhofbaulichkeiten in Grünburg angesucht. Über dieses Einschreiten wurden nach Einvernahme der Patronatsherrschaft Steyr die technischen Erhebungen an Ort und Stelle veranlasst und die mündliche Concurrenzverhandlung unter Beiziehung sämtlicher Interessenten für den heutigen Tag anberaumt. Zunächst wurden sämtliche Schäden an der Hand des technischen Baubefundszustandes vor allen Commissionsmitgliedern besichtigt und einstimmig erkannt, dass die seitens des Herrn k.k. Staatstechnikers als nötig beantragten Herstellungen tatsächlich erforderlich sind und hergestellt werden müssen. Diese Schäden beruhen auf natürlicher Abnützung und Einwirkung der Atmosphäre während des langen Bestandes. Da die Pfarre Grünburg eine altgestiftete Pfarre ist, würden die Kosten der nötigen Wiederherstellung den Nachlass des verstorbenen Herrn Pfarrers Ferdinand Kerschbaum treffen. Das k.k. Bezirksgericht Grünburg hat jedoch am 6. August dieses Jahres sub Zt 143/0 der k.k. Bezirkshauptmannschaft Kirchdorf mitgeteilt, dass der fragliche Nachlass im inventierten Werte von 1525 Kronen an dessen Schwester Fanny Kerschbaum gegen Übernahme der Schulden per 1724 Kronen jure credito eingeantwortet wurde. Da dieser Nachlass passiv war, musste zur Heranziehung des Kirchenvermögens zur Bedeckung der Reparaturkosten geschritten werden und wurde durch Einsichtnahme in die Extracte der Kirchenrechnungen der letzten drei verflossenen Jahre festgestellt, dass im Jahre 1899 136 Kronen als Cassastand übrig blieben. Im Jahre 1900 wurde ein Deficit, von 131 Kronen und 80 Heller ausgewiesen. Im Jahre 1901 erscheint dieses Deficit wieder gedeckt und ein Überschuss von 120 K 09 h verfügbar.

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