Pfarrchronik Grünburg 1873 - 1968

- 52 - gungsgruppe stehen. Die pyramidenförmigen Reliquienkästen sind an der Spitze gewaltig verletzt. Heute (1925) würde diese Reparatur eine Unsumme kosten, damals wäre mit einem kleinen Teile der zur Anschaffung des kostbaren gotischen Hochaltares notwendigen Summe diese Arbeit gemacht worden. Vielleicht findet sich doch noch der eine oder andere Kunstfreund und Wohltäter der Pfarrkirche Grünburg und lässt den alten herrlichen Barockaltar renovieren. Allem Anschein nach waren auch die Seitenaltäre früher nicht gotisch, weil im Pfarrhofe noch 2 Bilder da sind (Geißelung und Dornenkrönung Christi), die angeblich von den Seitenaltären herkommen. Diese Bilder sind zwar auch keine hervorragenden Kunstwerke, aber schöner als die steifen Statuen der jetzigen Altäre sind sie doch. Die schöne Kanzel wollten auch meine Vorfahren wegtun und dafür einen sogenannten gotische herstellen. H.H. Pfarrer Kerschbaum scheint mit dem Gelde nicht mehr zusammen gekommen zu sein und seinen Nachfolgern hat es die kirchliche Behörde nicht mehr erlaubt. Am Ambo der Kanzel sind die vier Evangelisten angebracht, eine sehr schöne Holzschnitzerei - (es soll auch von Schwanthaler sein) aber einer hat wegen des neuen Seitenaltars seinen Platz verlassen müssen. Er befindet sich im Auszugsstüberl ober der Sakristei. Der Plan zur „neugotischen Kanzel“ befindet sich im Archiv. Gott sei Dank, dass es daraus nichts geworden ist. Im Totenkammerl befinden sich zwei schöne, aber ziemlich beschädigte Holzstatuen (Hl. Wolfgang und Hl. Donatus). Diese waren jedenfalls früher eine schöne Zierde der Kirche, und mussten leider der gotischen Krankheit meiner Vorgänger weichen. Ergänzung zum „Allgemeinen“ Als Ergänzung zum „Allgemeinen“ über Grünburg auf der ersten Seite dieser Chronik, der als Corrector sowie zur besseren Vervollständigung der Reihe der Pfarrherrn, setzte ich einiges aus einem Privatberichte des Hochwst. Herrn Prälat Dr. Josef Lohninger an mich, hierher: Grünburg war einst bayrisch. Das erhielt aus der Urkunde Herzog Heinrichs von Baiern dato 17.cal. Dec. 1276, wo er Poppo von Grünburg seinen Lehensträger nennt, und seine Schenkungen an das Stift Gleink genehmigt. (Kurz III Leiträger S. 356) Nach den Herren von Grünburg treffen wir im Besitz der Herrschaft Grünburg die Falkensteiner. Haug v. Falkenstein (1346-1396) verkaufte mit Einwilligung seines Sohnes Eberhard am 5. April 1391 an Herzog Albrecht von Österreich die Herrschaft Grünburg; und so kam sie in den Besitz der Habsburger. Diese verbanden die Herrschaft Grünburg mit der Burgherrschaft Steyr (Pritz II Bd. Österreich ob der Enns, S. 74). Im Jahre 1631 übernahm Johann Max Graf von Lamberg vom Kaiser die Burg Steyr als Majoratsherrschaft (Hohenecks III Bd. Genealogie)

RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ4MjI2