Pfarrchronik Grünburg 1873 - 1968

- 36 - ein wahres, geduldiges Martyrium. April Beichtzeit; nur 1446 Confidenten. Am 1. Mai Leichenbegängnis des Generaldirectors Werndl Josef in Steyr. 19. Mai Herr Coop. Kupka zum Concurs nach Linz. Am 25. Mai kam meine kranke Mutter mit Familie Hummel total erschöpft hier an. 2. Juni Frühmesse um 5 Uhr früh; dann Fahrt nach Steyr - Weyer zur Installation des Pfarrers Franz Falkner. 11. Juni Meine gute Mutter wurde in Anwesenheit der zwei Schwestern aus Linz vom Coop Kupka versehen. Am 13. Juni um ½ 10 Uhr abends starb meine gute Mutter. 16. Juni Leichenbegängnis unter großer Theilnahme der ganzen Pfarrgemeinde, und Anwesenheit von den Nachbarspfarrern und Kaplänen, den Herrn Beamten, der Gemeindevorstehung. Beim Hause sang die Liedertafel einen Trauerchor; die Leiche wurde in einem Metallsarge zur Kirche geführt, das Requiem dort abgehalten und dann mit einem Linzer Leichenwagen nach Linz überführt, woselbst am 17. 10 Uhr Vormittag die Leiche im Trauerhause, Zollamtstraße 3, eingesegnet und zum Friedhof geführt und in der Familiengrabstätte beerdigt wurde. Beide Gesangsvereine von Linz sangen Trauerchöre; die Einsegnung nahm ich vor. 28. Juni Von 6 Uhr früh an ein entsetzlicher Wolkenbruch mit einem furchtbaren Donnerwetter. Das Wasser in der Steyr und den Nebenbächen stieg so rapid, dass alle Brücken in der Wagenhub und Pernzell, auch in der Forstau weggerissen wurden. Sämtliche Pulverstämpfe wurden weggeschwemmt und dadurch die Pulverfabrikation der Frau Sommerhuber in der Forstau total zu Grunde gerichtet. Leichenwagen Herr Julius Wenzel kauft einen wunderschönen Leichenwagen, der seither immer benutzt wird. 7. Juli Im Forste Tiefenbach hauste schon seit ½-Jahre ein wildgewordenes Schwein, das im Forste und in den angrenzenden Culturen großen Schaden anrichtete und der Kunst aller Jäger spottete. 2. August

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