Pfarrchronik Grünburg 1873 - 1968

- 236 - Im August und September wurde die Kapelle auf der sogenannten Pfarrstiege neu gebaut. Die alte Kapelle war aus Holz und schon sehr morsch. Nun ist die Kapelle in Stein- und Ziegelbau neu entstanden. Zur Erinnerung an die Gründer der Kapelle wurde das alte Gitter mit der Jahrzahl 1834 wieder eingebaut. Die Kapelle wurde in schöner Gemeinschaftsarbeit geschaffen. Die Hauptarbeit leistete Franz Farthofer, Bauzeichner in Obergrünburg 132. Die roten Steine spendete Frau Urbanek, Obergrünburg 146. Die Ziegel und das Holz stellte Herr Pfarrer bei, Schotter spendete Herr Gaspelmayr, Ebner, Untergrünburg 90. Das Kreuz am Dache wurde von Herrn Ziegler beigestellt. Die Kapelle wurde am 18. Oktober eingeweiht. Da die alte Abortanlage hinter dem Mesnerhaus fast völlig verfallen war, machte das Pfarramt eine Eingabe an die Gemeinde mit dem Ersuchen, die Gemeinde möchte eine öffentliche Bedürfnisanstalt errichten. Die Gemeinde hat großzügig dieser Bitte entsprochen und einen Massivbau aufführen lassen, der circa 10.000 Schilling kostete. Die Anlage war zu Allerheiligen erstmals benutzbar. Auf dem alten Friedhofe hinter der Kirche fand der Mesner ein Steinbeil aus Porphyr, das sehr gut erhalten ist. Der Mesner widmete das Beil der Volksschule Grünburg. (war Grünburg in der Steinzeit schon besiedelt?) 1954 Am 18. Mai 1954 war der 18-jährige Ferdinand Rinnerberger, Sohn vom Stazenbergegute in Wagenhub 5, bei seinem Dienstgeber in Steinersdorf 3, Pfarre Waldneukirchen, mit dem Streichen zweier Silo mit Silolack beschäftigt. Nachdem ein Silo fertig war, die Leiter und die Geräte schon im anderen Silo waren, rauchte sich Ferdinand eine Zigarette an und schaute nochmals in den frisch gestrichenen Silo hinein. Dabei fiel ihm die Zigarette in den Silo. Offenbar im Bewusstsein der Feuergefahr sprang er nach, aber da war das Unglück schon geschehen. Der hochexplosive Silolack entzündete sich an der glimmenden Zigarette und Rinnerberger stand mitten im Feuer und konnte nicht heraus, da die Leiter schon weg war. Am ganzen Leib furchtbar verbrannt, wurde er von den Hausleuten noch lebend aus dem Silo geborgen und kam sogar an der frischen Luft nochmals zu Bewusstsein. 2 Stunden später starb er im Krankenhaus Steyr. Er wurde im Heimatfriedhof in Grünburg bestattet. Am 24. Mai wurde die Bauuntersuchung 1954 gehalten. Größere Schäden an kirchlichen Gebäuden wurden nicht festgestellt. Das Mesnerhaus, das größere Putzschäden aufwies, wurde anlässlich der Errichtung einer Abortanlage beim Mesnerhaus verputzt, geweißt und gefärbelt. Das Strohdach am Wiesenstadl auf der Wagenhuberwiese ist schlecht. Zur Neueindeckung wurden schon Ziegel angekauft und das Dach in Hartdeckung in nächster Zeit erneuert.

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