Pfarrchronik Grünburg 1873 - 1968

- 228 - Am 1. Dezember 1948 starb in Untergrünburg 107 Ferdinand Hubner („Pfarrer Ferdl"). Der Verstorbene war durch 45 Jahre im Pfarrhofe Grünburg als Landarbeiter tätig und diente unter 3 Pfarrer: Pfarrer Fierlinger, Neumayer und Brunner. Er war ein gutmütiger, ehrlicher, gewissenhafter, dankbarer und bescheidener Mann und wohnte im Pfarrhofhäusl. In den letzten Jahren bezog er die Altersrente und konnte der Arbeit nicht mehr nachgehen. Sein Wunsch war, im Pfarrhofhäusl seinen Lebensabend verbringen zu können. Der Pfarrer sagte ihm als alten Pfarrhofdiener das Wohnungsrecht zu. Seine eigene Tochter Theresia aber, die bei ihm wohnte, machte ihn die alten Tage so bitter, dass er ein Monat vor seinem Sterben aus dem Pfarrhofhäusl zu seinem Sohne Josef, Bahnvorstand in Untergrünburg 107, zog und dort am 1.Dezember überraschend starb. R.I.P. 1949 Am 14. Februar feierten in körperlicher Frische das Fest der Goldenen Hochzeit Karl und Barbara Göttersdorfer, Glasermeister in Untergrünburg 58. Karl Göttersdorfer ist in Grünburg durch mehr als 50 Jahren als Glasermeister tätig und als rechtschaffener Handwerker allseits bekannt und geachtet. Die Frau ist weit über Grünburg hinaus bekannt, da sie bis in das hohe Alter bei Festlichkeiten bei Gastwirten Aushilfe leistete, so besonders an den goldenen Samstagen im Gasthof Herzog in Adlwang. Das Jubelfest wurde nach der kirchlichen Feier in der Pfarrkirche Grünburg im Kreise der Familie im Gasthofe Plursch in Untergrünburg gefeiert. Volksmission Nach einer Pause von 24 Jahren fand in der Passionswoche (3.3. bis 10.4.1949) wieder eine hl. Volksmission statt. Sie wurde gehalten von den Franziskanern: P. Theodor Kirchlechner, Innsbruck (war auch 1925 schon hier) P. Bruno Neumayr, Enns P. Othmar Riffesser, Innsbruck Die Mission war anfangs mäßig, in den letzten Tagen aber sehr gut besucht. Es wurden circa 1000 Beichten gehört und 1600 hl. Kommunionen ausgeteilt. Am 5. Mai wurde die Bauuntersuchung laut Bauordnung vorgenommen. Größere Schäden konnten nicht beobachtet werden. Die Friedhofmauer des alten Friedhofes zeigte einen Sprung, der beobachtet werden soll. (bei Grabstätte Kalab!) In der Nacht vom 22. zum 23. Mai und den ganzen Sonntag, den 23 . Mai, gingen schwere Regengüsse nieder, die ein bedeutendes Hochwasser verursachten. Die Steyr stieg rasch und erreichte in der Nacht vom 23. zum 24. eine Höhe, die sie seit 1899 nicht mehr erreicht hatte. Die Haunoldmühler-Brücke war 20 cm überflutet. Das Hochwasser richtete beträchtlichen Schaden an. Große Holzmengen schwammen die Steyr hinunter. Fast alle Brücken und Wehranlagen der Steyr litten Schaden. In der Haunoldmühle wurde die neue, provisorische Wehranlage zum Teil durchgerissen.

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