Pfarrchronik Grünburg 1873 - 1968

- 227 - Kapelle in Pernzell Die innere Pernzell und das anschließende Gebiet der Pfarre Leonstein ist seelsorglich sehr abgelegen. Im Herbste 1945 besprachen die beiden interessierten Pfarrherrn, Pfarrer Johann Grabner von Leonstein und der Pfarrer von Grünburg die Möglichkeiten einer besseren seelsorglichen Betreuung dieses Gebietes, im Volksmund „Schmiedleithen" genannt. Es wurde beschlossen einen Raum ausfindig zu machen, in dem wenigstens hi und da ein Gottesdienst gehalten werden kann. Eine Vorsprache bei Familie Egger, am Jungwirthgute war von Erfolg begleitet. So konnte allmonatlich in einem Zimmer des damals stillgelegten Gasthauses ein Gottesdienst gehalten werden. Der Raum erwies sich aber als zu klein. Auch wurde 1946 der Gasthausbetrieb wieder aufgenommen, sodaß auch die Würde zu wünschen übrig ließ. Neben dem Gasthaus stand ein altes baufälliges Gebäude unbenützt, auf das wir unsere Aufmerksamkeit lenkten. Der Besitzer, Herr Egger, zeigte sich bereit uns das Gebäude zum Ausbau für eine Kapelle zu überlassen. Herr Architekt Koppelhuber entwarf Pläne, die bei bescheidenen Kosten einen würdigen, geräumigen Raum ergaben. Nach langen Verhandlungen wurde erreicht, dass der Grund und das alte Gebäude käuflich erworben werden konnten um den Preis von 2.000 Schilling. Es wurde sogleich mit zu dem Ausbau geschritten. Die Diözesan-Kunstkommission erhob gegen die Pläne Einspruch, da der Raum zu schmal sein. Durch die Schwierigkeiten der Materialbeschaffung und der drohenden Geldentwertung mussten wir aber an den Plänen festhalten und wir auf den Anbau der Sakristei und des Türmchen verzichten. Der Bau verursachte auch so, in Folge des Materialmangels und darniederliegenden Wirtschaft und Arbeitsmoral, große Sorgen. Am 1. August 1948 war es nun soweit, dass die Kapelle eingeweiht und dem Gottesdienst übergeben werden konnte. Um 3 h Nachmittag versammelte sich eine große Menschenmenge. Hochw. Herr Dechant Alois Flieher aus Molln hielt eine Predigt vor der Kapelle und vollzog hiermit die Weihe. Anschließend hielt H.H. Primiziant Peter Gradauer den ersten Gottesdienst auf dem Altar, den H.H. Pfarrer Kranzl von Frauenstein samt Altarbild zur Verfügung gestellt hatte. Mit Rücksicht auf das schöne Altarbild wurde die Kapelle auf den Titel: „Srm. Redemptor Mundi" geweiht. Die Musikkapelle Leonstein spielte zu dem schönen Feste. Am 24. Oktober 1948 feierten Michael und Anna Steinmayr die Goldene Hochzeit. Eine große Menschenmenge ehrte das Jubelpaar durch Teilnahme an diesem Feste. Michael Steinmayr, gelernter Zimmermann, ist Sägemeister in der Haunoldmühle und immer noch tätig. Er ist seit 40 Jahren als Zimmermann und Sägemeister in der Fabrik beschäftigt und der einzige Arbeiter, der seit dem Umbau in eine Pappenfabrik im Jahre 1908 noch im Betriebe ist. Da er ein überaus pflichttreuer und gewissenhafter Mann ist, genießt er das Vertrauen und Hochachtung seiner Vorgesetzten und auch der Arbeitskameraden. Als stramm katholischer Mann wurde er auch bei Gründung des Pfarrkirchenrates in diese Körperschaft berufen und übt das Amt eines Kassenprüfers aus.

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