- 21 - Am 29. Mai starb der hochw. Herr Nachbarspfarrer Karl Kirchböck im 72. Jahre; ein liebensvoller, frommer, emsiger Seelsorger - durch 10 Jahre in Steinbach (mein) Pfarrer. Am 31. Mai war das Begräbnis des Herrn Pfarrers. Dechant Arminger von Steyr führte den Conduct - 6 Priester begleiteten die Leiche. Edtl, Parzer (Professoren aus Linz), Walcher, Taubstummenlehrer Dr. Eichhorn, Weinwurm, Pongauer, Dr. Jeglinger, Dr. Brandlmayr etc. waren bei mir auf Besuch. August Herr Anton Ludwig, Alumnus des 3. Jahrganges, dem ich Vorunterricht gegeben und welchen ich zum studieren gebracht, feierte in Steinbach seine Primiz, wobei der Kapuziner P. Apollinaris Gassner die Predigt hielt, die durch den Hinweis auf seine verstorbene Schwester Antonia, die ihm aus eigenen Geldmitteln studieren lies (Freinberg) alle zu Thränen rührte; der Primiziant hielt am Sonntage darauf hier das Amt und ertheilte den 1.Segen. Orgel - Reparatur durch Breiner in Steinbach (miserabel). Feuerwehrgründung Durch Dr. Kurz und Gemeindevorsteher Hönig wurde eine Feuerwehr gegründet. Durch Sammlungen wurde eine schöne Knautsche Spritze angeschafft. Erster Feuerwehrhauptmann war Max Kaindl, Ziehsohn des Karl Hönig. . Wahl in den Gemeindeausschuss: Karl Hönig legte seine Bürgermeisterstelle nieder, es wurde statt seiner Sommerhuber Heinrich, Wirth unterm Haus (Unterhaus) gewählt. Im October wurde die Leonsteiner eiserne Brücke vollendet, die alte Straße (der Berg) die zu den Häuseln am Schmiedleithenbach führte, zugemauert durch Nachgiebigkeit des früheren Bürgermeisters dem Grafen Salburg gegenüber; und durch diese Absperrung der alten Straße die Auspfarrungsgelüste neuerdings angefacht. Spendierte Frau Magdalena Putz, Besitzerin der Haunoldmühle anlässlich ihrer silbernen Hochzeit 2 rothe Pölster zur Kirche. Johann Gierlinger veranstaltete im Laufe des Sommers mit staatlicher Bewilligung eine Sammlung für das Waisenhaus in Linz, welche sehr gut ausfiel. Osterbeichte wie in den früheren Jahren. Im November dieses Jahres grassierte die entsetzliche Krankheit der Kinder, die Diphtheritis; ein Kind des Messerschmiedmeisters in Untergrünburg, Ferdinand Grasbon, war bereits verstorben; Das zweite Kind, ein Mädchen, namens Cäcilia, 6½ Jahre alt, wurde auch in sehr heftiger Weise ergriffen, sodaß der Arzt täglich, ja stündlich den Erstickungstod voraussagte. Der Arzt hieß Ignaz Neureiter, seit 1871 hier, von Ternberg; dessen Sohn wurde mein Firmling. Das kranke Kind bat 3 mal seine Eltern und Geschwister, zur
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