- 204 - Im Hause Untergrünburg 188 wurde in den letzten Jahren beobachtet, dass bei der Schneeschmelze das Wasser durch das Dach eindrang und bis in die Wohnungen durchsickerte. Die Ursache liegt darin, dass die Dachrinnen über den Dachrand angebracht sind, der Schnee daher nicht abgleiten werden kann und sich das Wasser zurückstaut. Durch gänzliche Entfernung der Dachrinnen, bzw. Anbringung unter dem Dachrand, wurde dieser Übelstand behoben. Laut Mitteilung des bischöfl. Ordinariates wurden die alten Kirchenrechnungen der Pfarre Grünburg (1784 bis 1932) , zum Schutze vor eventuellen Fliegerangriffen auf Linz, nach Klaus gebracht. (siehe Schreiben im Anhang auf Seite 299) 1944 Bauuntersuchung am 14. Mai, keine größeren Schäden. Prozessionen: Für 1944 mussten sich alle Prozessionen, aufgrund der Verfügung des Landesrates Kirchdorf, auf kircheneigenen Boden beschränken. Die Bittprozessionen mussten daher ganz unterbleiben. Als Ersatz wurde an den Bitttagen in der Kirche der Rosenkranz und die Allerheiligenlitanei geben. Die Maiprozession unterblieb gänzlich. Die Fronleichnamsprozession wurde am Sonntag nach Fronleichnam (11. Juni) auf dem alten Friedhofe gehalten. Die Altäre waren wie an den Vorjahren aufgestellt: Der 1. an der Vorderseite der Kirche, der 2. an der Nordecke des alten Friedhofes, der 3. an der Ostseite der Kirche bei Grabe Edelbacher, der 4. am Mesnerhause. Die Feier war sehr stimmungsvoll und würdig. Die Beteiligung der Bevölkerung sehr gut. Leider konnte sich aber wegen der Enge des Raumes die Prozession nie richtig entwickeln. Am 28. Juni um Mitternacht ging ein heftiges Gewitter über unser Pfarrgebiet mit wolkenbruchartigem Regen nieder. Besonders das Wagenhuber- und Untergrünburgerviertel wurden davon schwer betroffen. Es gab an verschiedenen Stellen Erdrutschungen, so besonders im Tiefenbach. Die Flüsse traten aus den Ufern und richteten großen Schaden an. Der Tiefenbach riss alle Brücken und Uferschutzbauten weg. Die Tiefenbachstraße wurde stellenweise meterhoch mit Erde verschüttet. Der Feuerbach unterwusch bedenklich die Grundfesten der Landstraßenbrücke. Der Haarbach riss einen Teil des Hauses Untergrünburg 208 weg. Leider waren auch dort 2 Menschenleben zu beklagen. Barbara Mayrhofer, eine alte kranke Frau, und ihre Pflegerin, Katharina Prelitzer, wurden von den Fluten überrascht und kamen um ihr Leben. Katharina Prelitzer wurde am 30. Juni in den Trümmern des Hauses unter angeschwemmten Reisig und Schlamm tot aufgefunden. Barbara Mayrhofer wurde offenbar vom Wasser fortgerissen und konnte bisher nicht gefunden werden (12. Juli). An den Straßen und Kulturen entstanden große Schäden. Zur Behebung der ärgsten Schäden wurde eine Pionierabteilung des Heeres eingesetzt.
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