Pfarrchronik Grünburg 1873 - 1968

- 201 - Die Wasserversorgung des Pfarrhofes geschah bisher durch einen Ziehbrunnen im Hofe, der eine Tiefe von 36 Meter hat und vom Pfarrer Puschka auf eigene Kosten errichtet wurde. Außerdem führte eine offene Rinnenleitung vom Kirchenbrunnen zum Pfarrhofe, die aber bei Eintritt des Winters vereiste. Wegen der Tiefe des Ziehbrunnens, waren Reparaturen immer eine sehr kostspielige Sache. Da nun der Brunnen seinen Dienst wieder einmal versagte, entschloss sich der neue Pfarrer die Wasserfrage gründlich und praktisch zu lösen und eine Wasserleitung in Eisenrohren zu bauen. Die Patronatsherrschaft Steyr bewilligte einen Betrag von 300 Reichsmark, die übrigen Kosten übernahm der Pfarrer. So wurde dann der Bau begonnen. Die Erdarbeiten wurden mit dem Pfarrhofpersonal durchgeführt. Die Montage führte Schlossermeister Friedrich Katzengruber von Untergrünburg durch. Die Gesamtkosten belaufen sich ohne Erdarbeiten auf 827 RM. 1940 Mit Rechtswirksamkeit vom 1.2.1940 hat der Hochwürdigste Bischof für Grünburg wieder einen Kaplan bestellt, und zwar den Neupriester H.H. Adolf Großauer. Wegen der zahlreichen Einberufungen zum Militärdienst musste der H.H. Adolf Großauer am 16.4.1940 Grünburg wieder verlassen um in Waizenkirchen den einberufenen Kaplan zu ersetzen. Nun ist Grünburg wieder ohne Kaplan. Am 2. Juni starb überraschend schnell Franz Edlinger, Auszugbauer am Nußgrubergute ,in Wagenhub 9, im 99. Lebensjahre. Er war noch ein Kämpfer der Schacht bei Königsgrätz. Er war bis in die letzten Jahre sehr rüstig und ging noch mit 92 Jahren zu Fuß nach Steyr und zurück. Am 7.8.1940 starb G.R. Pfarrer Josef Neumayer. Er war Ehrenbürger von Grünburg und Pfarrer von 1. März 1915 bis 1. Oktober 1938. Mit Rechtswirksamkeit vom 15.8.1940 wurde Josef Gerl, Pfarrer in Fornach, zum Kaplan von Grünburg bestellt. H.H. Josef Gerl trat mit 1.9.1940 den Posten in Grünburg an, wurde aber nach 2 Tagen wieder abberufen um in St. Pantaleon als Vicarius Substitutus die ganz verwaiste Pfarre zu betreuen. H.H. Josef Gerl wurde in Dornach wegen einer Predigt, die als staatsfeindlich betrachtet wurde, verhaftet und musste 10 Monate im Gefängnis verbringen. 1941 Heuer durfte die Fronleichnamsprozession über Verfügung der geheimen Staatspolizei im ganzen Kreise Kirchdorf nur auf kircheneigenen Boden gehalten werden. Wir feierten Fronleichnam am Sonntag, den 15.6.1941 auf dem alten Friedhof. Wohl konnte sich die Prozession wegen der Kürze des Weges nicht entfalten, war aber sehr stimmungsvoll.

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