Pfarrchronik Grünburg 1873 - 1968

- 200 - Die übrigen Knochen dürften früher einmal behoben und im Friedhof beigesetzt worden sein. Eine weitere etwaige Eröffnung dieser Grube würde also einen Sucher nicht mehr befriedigen. 1938 Am 21. Februar wurde in der hiesigen Kirche ein feierliches Requiem mit Libera für die ehemalige langjährige Patronatsfrau, Excellenz Gräfin Eleonora Lamberg, geborene Fürstin von Schwarzenberg, gehalten, die einige Tage vorher verstorben war in Ottenstein, Niederösterreich. Mit 1. Oktober 1938 trat Hochw. Herr Josef Neumayer, seit 1915 Pfarrer in Grünburg, in den Ruhestand und übersiedelte mit 15.10.1938 in die, von ihm für das kirchliche Pfarrarmeninstitut gekaufte, Villa St. Josef (vulgo Graf-Villa). Langjährige Krankheit, und seit einem Jahr eingetretene halbe Erblindung, zwangen diesen überaus arbeitsfreudigen Pfarrer sein Amt niederzulegen. Die ausführlichen Eintragungen von seiner Hand in dieser Chronik sind ein Abbild seiner Arbeitsfreude. Viele Werte, die H.H. Pfarrer Neumayer in der Pfarre geschaffen hat werden für Jahrhunderte sein Wirken in der Erinnerung der Pfarre erhalten und ihm selbst dauernde Denkmäler sein. Er errichtete den neuen Friedhof, unter seiner Leitung wurden die neuen Glocken gekauft, eine neue Orgel in der Kirche eingebaut, der Kreuzaltar renoviert und die beiden Figuren St. Wolfgang und St. Donatus, die schon lange in der Leichenkammer dem Verfall überantwortet waren, wieder hergestellt. Zum Schlusse kaufte er die Villa St. Josef aus eigenen Mittel und schenkte sie dem kirchlichen Pfarrarmeninstitute. Die Provisur übernahm der langjährige Kaplan Karl Brunner. 1939 Am 1. März 1939 wurde der langjährige Kaplan und seit 1.10.1938 als Provisor tätige Karl Brunner vom Hochwürdigsten Herrn Bischof Dr. Johann Maria Gföllner zum Pfarrer von Grünburg investiert und am Sonntag, den 5. März fand, der Zeit entsprechend in aller Stille aber unter großer Beteiligung des Volkes, die Installation durch hochw. H. Dechant Alois Flieher von Molln statt. Über Veranlassung der Ortsgruppenleitung der NSDAP wurde die Gruft in der Kirche (Evangelienseite) abermals geöffnet und die Wände und der Boden genau untersucht, ob sich nicht doch ein weiterer Raum unter der Kirche befindet. Leider war nichts zu finden. Auch die gebrochene Steinplatte auf der Evangelienseite wurde entfernt, aber nichts als aufgefüllter Schutt gefunden. Der hohlklingende Boden in der Seitenkapelle wurde untersucht, aber auch dort fand sich nur Schutt. Am 7. Mai starb im Alter von 81 Jahren Herr Karl Schellmann, Schneidermeister in Untergrünburg 107. Der Verstorbene war ein kernkatholischer, braver Mann und Vater des Hochw. Herrn Dr. Karl Schellmann, derzeit Benefiziat in Neukirchen am Wald.

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