- 199 - Am 13. August starb Herr Leopold Edtbauer, Mesner und Totengräber der Pfarre Grünburg im 95. Lebensjahre. Herr Edtbauer verehelichte sich am 8. Jänner 1871 mit der Tochter Barbara des damaligen Mesners Kirchberger und übte seit dieser Zeit, bis vor wenigen Jahren, das Amt eines Totengräbers und Mesners gewissenhaft aus. Er diente noch unter Pfarrer Purschka, dann Kerschbaum, Fierlinger und Neumayer und erhielt aus Anlass seines 50-jährigen Dienstjubiläums im Jahre 1921 das bischöfl. Ehrendiplom. Der Genannte war auch seit Gründung des Kath. Volksverein im Jahre 1870 Mitglied desselben bis zu seinem Tode, gewiss also das älteste Mitglied des kath. Volksvereins. Zu seinem Begräbnisse waren außer dem Ortsklerus erschienen die hochw. Herren G.R. Johann Egger, Katechet in Steyr, P. Vergil Petermair, OSB Pfarrer in Adlwang, Dr. Karl Schellmann, Lehramtskandidat in Graz und Michael Hierzenberger, Kooperator in St. Marienkirchen bei Schärding. Der Ortspfarrer hielt in der Kirche einen Nachruf, in dem er den Verstorbenen für die außerordentlich langen Dienste im Namen der Kirche und der hier pastorierenden Geistlichen aussprach. Möge nun Herr Edtbauer, der mehr als 3000 Personen der geweihten Erde übergab, nun selbst von seiner langjährigen Arbeit ausruhen und für alle Dienste, die er dem höchsten Herrn geleistet, den verdienten ewigen Lohn finden. Der Ortspfarrer nahm an den hl. Exerzitien, welche vom 16. bis 20. August im Priesterseminar in Linz unter Leitung des hochw. Herrn P. Happacher gehalten wurden, trotz seines körperlichen Leidens teil. Im Anschluss darauf begab er sich in das Spital der Barmherzigen Schwestern. Am 21. Dezember 1937 starb nach kurzer Krankheit der Mesner und Totengräber Herr Hermann Wagnerebner im 56.Lebensjahr. Er war der Schwiegersohn des, im August laufenden Jahres verstorbenen, Herrn Leopold Edtbauer, und hatte nach seiner Heimkehr aus dem Weltkriege zuerst den Totengräberdienst und dann auch den Mesnerdienst übernommen. An seine Stelle wurde provisorisch Herr Franz Forstner, Sohn vom Zottergute in Pernzell, als Mesner und Totengräber bestellt. Die Frau des verstorbenen Herrn Wagnerebner blieb noch bis zum 20. März 1938 in der Mesnerwohnung und empfahl sich dann holländisch, d.h. ohne Abschiedsgruß. Dem Vernehmen nach soll sie zu ihrem Ziehsohn und Patenkinde Herrn Hermann Edtbauer nach St. Georgen bei Obernberg gezogen sein. Zum Maria Empfängnisfeste leistete der hochw. Herr P. Steiner vom Stifte Schlierbach seelsorgliche Aushilfe, da auch die Schulkinder in der Oktav von Maria Empfängnis zu den hl. Sakramenten gingen und der hochw. Herr Kooperator an Kopfgrippe erkrankt war, wurde diese seelsorgliche Aushilfe über mehr als eine Woche ausgedehnt. Im Sommer 1937 wurde der steinerne Grabdeckel beim Eingang in die Kreuzkapelle geöffnet. Man vermutete unterirdische Gänge, war aber sehr enttäuscht als man nichts anderes vorfand, als eine etwa 1 ½ Meter tiefe, mit Ziegel ausgemauerte Grabgrube, in der sich außer tief verstaubten Moder, wohl aus einer Totengrube herstammend, und einem Rückgrat nichts befand.
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