- 193 - Vor seiner Abreise in die Mandschurei weilte er noch einige Wochen (von 24. Februar bis 22. März) in seiner Heimat und leistete dem kranken Pfarrherrn recht dankbare Aushilfe in der Seelsorge namentlich als Confessarius der österlichen Beichtzeit (1. bis 3. März) als gern gehörter Prediger usw. Nicht nur seine Verwandten, sondern auch vielen anderen machte er einen Abschiedsbesuch, auch bei allen hochwürdigen Nachbarn, offiziell hielt er seinen Abschied in der Pfarrkirche am 22. März Nachmittag. (Bericht und Foto im Anhang auf Seite 291) Schon Im Jahr 1915, als Pfarrer Neumayer die Pfarre antrat, wurde unter anderen Wiederherstellungen die Notwendigkeit des Streichens der Türen, Fenster und Fensterläden besonders betont. Geschehen ist nichts, zuerst nicht weil wegen des Krieges männliche Arbeitskräfte nicht zu haben waren, dann aber weil auf den Krieg eine Inflation folgte, welche den Wert des Geldes von Woche zu Woche herabsetzte und die für die Wiederherstellung berechnete Summe von 1.800 Kr. zu 18 Hellern, also zu nichts, machte. Die Türen im 1. Stock hat der Pfarrer schon vor einigen Jahren auf seine Kosten durch seinen Neffen Leopold Micura weiß streichen lassen. Nun, im Parterre, wo seit dem Einzug des H. Pfarrer Fierlinger seit 1903 nichts mehr gestrichen wurde, war es ein Greul diese Türen etc. anzusehen. Daher hat wieder der Pfarrer seine wohltätige Hand aufgetan und über 200 Schilling nebst 4 Wochen Verpflegung für die Renovierung der 11 Türen und der Fenster und Fensterläden des Speisezimmers sowie für Anstrich der Küchenanrichte geopfert. In der Osterwoche, von Dienstag 14. bis Freitag 17. April, wurde durch die Orgelbaufirma Gebrüder Mauracher in Linz die Orgel repariert. Angeblich war der Blasbalg schadhaft, 3 Register spielten nicht, viele Pfeifen verstimmt; so wurde die Orgel ausgestaubt und gestimmt und vollkommen repariert. Es arbeitete ein Monteur und ein Lehrling, und diese Arbeit von 4 Tagen kostete 187 Schilling 20 Groschen. Horribile dictu! Am Anbetungstage leistete der H.H. Pater Superior Alexander Kökert S.J. aus Steyr, seelsorgliche Aushilfe (Beichtstuhl und Sakramentspredigt). Der Mann meiner Nichte, Herr Standeswachbeamter Josef Fenzl brachte ihn mit seinem Motorradbeiwagen noch am selben Tage nach Steyr zurück; wegen des Regenwetters und der Kälte war wohl die Fahrt nicht angenehm. Zur Ausstaubung der Orgel, und um in Zukunft auch die Altäre ordentlich aussaugen zu können ohne den Staub aufzuwirbeln, kaufte ich für die Kirche von der Firma Elektro Lux in Wien I. Im Eisen 3, einen Staubsauger. Derselbe kostet eigentlich bei monatlichen Ratenzahlungen von 10 Schilling 290 Schilling. Mit Rücksicht auf die Barzahlung und den Kirchenrabatt kam er samt 4 Schilling Fracht auf 229 Schilling. Am 21. Mai erlitt der Knecht Ferdinand Hubner einen Unfall indem er beim Zudecken eines Birnenkartons vom Waschtisch herabfiel, und sich eine Fraktur einer Rippe und eine schwere Wunde am Kopfe zuzog. Tags darauf erlitt der Pfarrer selbst einen Unfall. Er wurde im Hause von einen großen Schwein, dessen Gewicht er schätzen sollte (140 kg), zu Boden gestoßen und fiel so un-
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