- 192 - Die Bildhauerarbeiten machte zur vollsten Zufriedenheit Richard Steinhofer aus Großhollnstein, ein Freund und Studienkollege meines Neffen Leopold Micura, Absolvent der Kunstgewerbeschule in Wien, der mit Kunstsinn und Ausdauer die Vergoldungs- und Fassungsarbeiten zu aller Sachverständigen Lob und Freude ausführte. Mein Neffe Leopold Micura arbeitete vom 19. März bis 6. Oktober, also 213 Tage fleißig von früh bis spät und sein College Bildhauer Richard Steinhofer 103 Tage. Die beiden kleinen Canontafeln sind ganz neu, ebenso die Consolen mit den Figuren, die Hochwürden H. Michael Hierzenberger, derzeit Cooperator in Liebenau, spendete. Weiters spendete er 2 Stück Laufteppiche mit 4 ½ und 3 Meter. Ersterer wird für den Hochaltar, zweiterer für den renovierten Kreuzaltar verwendet. 1936 Pater Leo Englstorfer, ein Sohn der Bäckermeisterseheleuten Josef und Theresia Englstorfer in Untergrünburg 111, der am 1. Juli 1931 in seiner Heimatpfarre seine Primiz feierte, war schon 8 Jahre „Gaupaterle“ der Kapuziner in Imst in Tirol. Er war recht glücklich und zufrieden in den verschiedenen Gebirgstälern des oberen Inntales, des Ötztales, des Paznauntales usw. seelsorgliche Aushilfe leisten zu dürfen, Tridum, Anbetungs-, Einkehrtage usw. halten zu können, und die übrige Zeit als Sammelpater der Kapuziner diese Gegenden abzupreisen und den Pater Deo Gratias zu spielen. Auf einmal wurde ihm das hl. Land Tirol zu eng und er fasste nach reichlicher Überlegung den Entschluss als apostolischer Missionar nach Mandschukuo Fuchin oder Kiamusze, Provinz Sankiang, zu gehen, welches als Missionsgebiet 1933 den Kapuzinerorden zugewiesen wurde. Da hieß es vor allen „englisch“ zu lernen. Zu diesem Zwecke schickten ihn seine Oberen im Sommer 1935 nach London. Schon im Herbst sollte er die Seereise von Genua aus nach Ostasien antreten. Da trat ein Hindernis dazwischen: P. Leo musste sich in London einer Blinddarmoperation unterziehen und wurde erst so spät aus dem Spitale entlassen, dass er mit dem geplanten Transport nicht mehr mitkonnte und so hieß es auf das Frühjahr warten, inzwischen konnte er sich gut auskurieren und etwas mehr in die Kenntnis der englischen Sprache vertiefen.
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