Pfarrchronik Grünburg 1873 - 1968

- 185 - 75 jähriges Jubiläum des Gesangsvereines Grünburg-Steinbach Der Gesangsverein Grünburg-Steinbach feierte zugleich mit dem Gausängerfeste am Sonntag, den 19. Juni, das 75 jährige Bestandsjubiläum. Eingeleitet wurde das Fest mit einem „Festabend" am Samstag um 8 h abends in Schellhammers Saale. Am Festtage, begünstigt durch das herrliche Wetter, begann die Feier mit einer Festmesse für die verstorbenen Mitglieder, celebriert vom Ortspfarrer in der Pfarrkirche, bei der vom jubilierenden Verein die Deutsche Messe von Schubert in Originalausgabe zur Aufführung kam. Hieran schloss sich eine Ehrung des verstorbenen Ehrenmitgliedes und langjährigen Chormeister hochw. H. Pfarrer Ferdinand Kerschbaum bei dessen Grabe an. Hochw. H. Pfarrer Josef Neumayer hielt eine zuherzengehende Ansprache, der Jubelverein sang den Chor „Stumm schläft der Sänger" und der Obmann des Gesangsvereins, Herr Johann Traunmüller, legte einen Eichenkranz am Grabe nieder. Das Grab war im Auftrage des Ortspfarrers von der Familie Wagnerebner herrlich geschmückt. Das Gedächtnis für die verstorbenen Vereinsmitglieder wurde dann beim ebenfalls schön geschmückten Kriegerdenkmal gehalten, wobei durch Herrn Obmann unter ergreifenden Worten ein Kranz niedergelegt wurde. Ein gemeinsames Gebet und das Vereinsmotto „Deutsche Treue, deutsches Wort blühe segnend immerfort" schloss diese erhabene kirchliche Feier. Um 11 h war Platzmusik in Untergrünburg ausgeführt von der Musikkapelle Grünburg Steinbach. Um ½ 2 nachmittags Festzug nach Steinbach um die Kirche herum und zurück nach Grünburg, an derselben beteiligten sich etwa 20 Vereine mit 16 Fahnen. Das Festkonzert fand dann in Schöllhammer‘s Gastgarten statt. Zuerst war die Zuteilung der Fahnenbänder, dann der Gesamtchor „Die Ehre Gottes" von Beethoven, dann folgten die Gesangsvorträge der einzelnen Gesangsvereine. Nach Abwicklung des Programms war der offizielle Teil erledigt. Es huldigten einzelne Vereine noch ein Weilchen der Fidelitas. Möge zur Harmonie der Töne auch stets die Harmonie der Köpfe mitwirken, dass der Verein auch einst mit stolz sein „Hundertjähriges" feiern kann! Durch die Tertiarschwestern wurden 3 Messkleider renoviert (1 rotes und 2 weiße, 78 Schilling und 92 Schilling). In der Nacht, von Sonntag, den 7. auf Montag den 8. Juli, wurde durch Einschlagen des Fensters im Postamte Obergrünburg eingebrochen und ein Geldbetrag von 41 Schilling geraubt. In der Bahnkanzlei fielen dem Einbrecher 40 Groschen zum Opfer. Der Schaden durch die zerbrochenen Fensterscheiben und Fensterrahmen ist ein ungleich größerer. Hoffentlich gelingt es der Gendarmerie - es waren 9 Inspektoren anwesend - den oder die Täter zu eruieren und zu ergreifen und der verdienten Strafe zuzuführen. Leider ist wieder nichts aufgekommen. Am 19. November langte vom bischöflichen Ordinariate folgendes bischöfliches Schreiben ein: Z.9601 vom 14.Nov. 1932 an hochw. Herrn geistl. Rat Josef Neumayer, Pfarre Grünburg. Da der bisherige Dechant, geistl. Rat Georg Katzinger, mit 15.Nov. dieses Jahres auf die Pfarre Sarleinsbach investiert wird, ernenne ich mit gleichem Datum bis auf weiteres ehrw. Hochwürden zum Administrator und bischöflichen Schulinspektor des Dekanats Molln. Johannes Maria Gföllner, Bischof.

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