- 183 - Eine Schattenseite der Sache war, dass die Eltern trotz freundlicher Mahnung von Seite des Pfarramtes das Kind, welcher am 6. Oktober geboren war, erst am 9. November zur Taufe brachte, angeblich „weil es so der Pate Starhemberg angeordnet hat". Diese Leute tun was sie wollen und meinen für Sie seien die kirchlichen Vorschriften nicht dar. Aber gute Katholiken vermeinen sie doch zu sein! Der Bundesminister hat den Herrn Schuhmachermeister Anton Kerschbaumer für seine 58jährigen Nachtwächterdienste das bronzene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik verliehen. Derselbe wurde ihm am 22. November, bei der eigens zu diesem Zwecke veranstalteten Festfeier, im Schöllhammersaale vom Bürgermeister überreicht. Der Pfarrer gratulierte im Namen der Pfarrholden, Herr Kamerad Siegl von Kirchdorf im Namen der Schuhmacher des pol. Bezirks und überreichte ein schönes Diplom; ebenso der Vorstand der Schuhmacher von Grünburg - Steinbach. Die grünburger Musik unter Dirigent Oberlehrer Macho leistete vorzügliches. Der Jubilar sprach in launiger Ansprache allen seinen ehrw. Dank aus für die Ehrung. @@@@ Ernst, lediger Tischler, wohnhaft in Untergrünburg 204, der am 25.1.1930 aus der kath. Kirche ausgetreten ist, ist am 26.12.1931, nachdem seine Lebensgefährtin Anna @@@@ am 25.12.1931 gestorben war, wieder in die katholische Kirche reuevoll zurückgekehrt und wurde vom Pfarrer Neumayer mit bischöflicher Vollmacht wieder aufgenommen. Der Schluss des Jahres 1931 war für den Pfarrer kein guter. Es starb am 31. Dezember um 3 h die langjährige, äußerst fleißige Wirtschafterin, Jungfrau Maria Gunitzberger, im 65. Lebensjahr nach nur 1 ½ tägiger Krankheit (Schlagfluß), doch versehen mit den hl. Sterbesakramenten. Eine treue Seele, eine selbstlose Person, wie man sie heute kaum mehr findet. Im Juni 1905, als ich Pfarrprovisor in Windischgarsten wurde und eine Person brauchte, welche nicht nur versteht für einem herrlich zu kochen sondern auch eine Landwirtschaft zu leiten, habe ich sie berufen von St. Ulrich, und seitdem hat sie mit großem Eifer, mit ausdauerndem Fleiße zur größten Zufriedenheit die Wirtschaft geführt, also nahezu 27 Jahre. Am 29. Dezember 1931 besuchte sie im Bauernhause die Frau Pöllhuber und stürzte in der Wohnung derselben zusammen. Doch fühlte sie sich bald wieder besser und wollte, nach Hause gebracht, einen Tag etwas rasten. Man hielt die Sache für nicht so ernst. Der Herr Doktor fand auch Nichts als einen „verdorbenen oder überladenen Magen". Kaum 2 Stunden später konnte sie gerade noch mit Mühe versehen werden. Ein zweiter Anfall vom Schlagfluß raubte ihr den Gebrauch der Sprache und bald darauf die Besinnung. Um 3 h früh 31. Dezember 1931 hat sie unter dem Beistande des Pfarrers ihre Seele dem Schöpfer zurückgegeben. Der liebe Gott vergelte ihr alles Gute das sie mir getan! Ich werde ihrer im hl. Opfer und im Gebete nicht vergessen. 1932 Das Jahr 1931 hat schlimm geendet, das Jahr 1932 schlimm begonnen. Schwester Agnes Wetzelmayr hat mich schon vor 4 Jahren in der Ischias gepflegt und im vergangenen Spätherbst wieder in der Pyrmoor-Cur, und bin ihr daher auch persönlich viel
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