- 182 - Daraufhin hat die Sparkassen Direktion mit der gerichtlichen Kündigung geantwortet. Ein abermaliges Ansuchen des Ausschusses des Kinderschutzvereins blieb unbeantwortet, und trotz persönlichen Ersuchens bei maßgebenden Persönlichkeiten der Sparkasse von Seite des Ortspfarrers, blieb es bei der gerichtlichen Kündigung. Die gerichtliche Delogierung erfolgte am 26.8.1931. Die Sparkasse hat den Raum für den Kinderhort, der wegen seiner Größe zu einer Privatwohnung gar nicht geeignet ist, mit vielen Kosten zu einer Wohnung für eine Beamtin (Privatwohnung) herrichten lassen, die nun schon 11 Jahre im Sparkassengebäude wohnte und angeblich wegen Feuchtigkeit in dieser Wohnung nicht mehr wohnen zu können meinte. Dieser Raum wird jetzt als Sparkassen-Archiv verwendet; es kann daher die angebliche Feuchtigkeit nicht so schrecklich sein. Dem Kinderschutzverein wurde für den Hort im Gemeindehause ein gewölbtes Magazin zu ebener Erde, ganz rückwärts, klein, feucht und dunkel, gegen einen Monatszins von 3 Schilling zur Verfügung gestellt. Es ist wahrlich kein verstehen wollendes Verhalten von Seite der maßgebenden Persönlichkeiten gegen den Verein Kinderschutz und gegen die Kinder des Ortes selbst, abgesehen davon, dass die Sparkasse ihren Gewinn auf bessere Weise verwenden könnte, als für eine ledige Person 2 Zimmer und Küche mit großem Aufwand herstellen zu lassen. Umso bedauerlicher ist die Sache, dass die betreffenden Herren, die diesen Hinauswurf veranstaltet haben, der Christlich Sozialen Partei angehören. Das Dach des Kirchturms war schon ziemlich schadhaft. Im August 1930 hat die Patronatsherrschaft Steyr in Gegenwart des Herrn Grafen selbst die Zustimmung zur Ausbesserung und Leistung der den Patron treffenden Kosten bewilligt, und auch ein geeignetes Lärchenschindelholz zur Verfügung gestellt gegen Verrechnung. Im Juli 1931 wurde endlich die Arbeit gemacht: Etwa die Hälfte der Lärchenschindel am Turmdach erneuert. Die Kosten trugen Patron und Gemeinde als gesetzliche Konkurrenzfaktoren. Zusätzlich wurde das Dach der Armen Seelen-Kapelle unter dem Turm mit Lärchenschindel neu gedeckt. Im Presbyterium um den Hochaltar und in der Seitenkapelle der Kirche wurden Cocoslaufteppiche angeschafft. Preis 156 Schilling und Fracht. Am 26. September starb in Steyr der hochverdiente und allseits verehrte hochwürdige Herr Canonicus Johann Stobl, em. Stadtpfarrer. Das Begräbnis war am 29. September 9 Uhr. Leider hat der Ortspfarrer, der ein Schüler Strobls war und ein intimer Freund desselben, die Verständigung erst nach dem Begräbnisse erhalten und konnte demselben nicht beiwohnen. Dafür hat er am 10. Oktober in der Pfarrkirche Grünburg für die Seelenwünsche seines Katecheten ein feierliches Requiem und Libera gehalten. R.I.P. Zur Taufe des Kindes der Eheleute Josef und Maria Rieder ist der Heimwehrführer von OÖ, Herr Fürst Ernst Starhemberg als Pate erschienen. Es wurde viel Aufsehen gemacht, da 7 Auto und einige Motorräder dem kleinen Weltbürger zur Taufe begleiteten und viele Gäste im Gasthause Rieder sich einfanden.
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