Pfarrchronik Grünburg 1873 - 1968

- 181 - Am 29. Mai starb in Pernzell 95 Frau Emilie Ziegler nach langem schwerem Leiden im 54. Lebensjahre. Frau Ziegler hat sich viele Verdienste erworben durch ihre Opferwilligkeit - sie dürfte sicher 80 Patenkinder gehabt haben - durch ihren Eifer für das Kriegerdenkmal, hat sie doch dasselbe immer mit Blumen geschmückt und eigenständig gepflegt. Sie war auch eine besondere Verehrerin der hl. Antonius und hat der Pfarrkirche die schöne Statue des hl. Antonius gespendet samt dem dazugehörigen Opferstock für das Antoniusbrot der Armen. Der Herr vergelte ihr alles Gute! Der Pfarrer konnte leider am Leichenbegräbnisse nicht teilnehmen, weil der in Carlsbad zur Cur war (27.5.-20.6.). Durch die Munifizienz der Frau Antonie Neimer, Messerermeisterswitwe in Obergrünburg 230, war es den Pfarrherrn möglich zwei prächtige Messkleider, ein rotes und ein weißes, durch die Paramentik der ehrw. Tertiarschwestern in Linz anfertigen zu lassen. Frau Neimer spendete dazu 500 Schilling. Der Preis betrug 620 Schilling. Zur Goldstickerei an derselben wurde eine Goldhaube verwendet, die eine Frau vor vielen Jahren der Pfarrkirche Grünburg gespendet hatte. Vergelts Gott allen Wohltätern. Am 20. Juli 1931 ertrank beim Baden in der Steyr Herr Rudolf Englstorfer, Privatbeamter der Firma Hutja in Molln. Derselbe war der Sohne der vor 2 bis 3 Jahren verstorbenen Bäckermeisterseheleute Josef und Theresia Englstorfer, also ein Bruder des H.H. Pater Leo Englstorfer, Kapuziner in Innsbruck, und des jetzigen Bäckermeisters H. Franz Englstorfer. R.I.P. An der sogenannten Humpelhauslacke hat sich am 21. Juli 1931 Frau Anna @@@@@q @@@@@, geborene Zehetner - @@@@@@ - ertränkt. Sie hat kurz nach Ostern den protestantischen Wirtschaftsbesitzer vom @@@@@ in Pernzell vor dem protestantischen Religionsdiener geheiratet und 14 Tage vor ihrem Tod ihr neu geborenes Kind protestantisch taufen lassen und ist daher nach dem kirchlichen Gesetzbuche der Exkommunikation verfallen mit allen Rechtsfolgen, also auch Verlust des kirchl. Begräbnisses. Da auch das Geläute zum kirchl. Begräbnis gehört, musste auch das untersagt werden, obwohl 4 Heimatwehrmänner von Leonstein den Pfarrer völlig nötigen zu können meinten. Der Pfarrer hat sich bemüht die Person zu einer Heirat nach den Vorschriften der kath. Kirche zu bewegen - schriftlich und mündlich. Er hat sie auf alle Folgen aufmerksam gemacht, aber leider vergebens. Der Herr sei ihr ein gnädiger Richter! Am Anfang dieser Chronik wird berichtet wie die Sparkasse Grünburg unter ihrem damaligen Herrn Direktor Johann Traunmüller den Verein Kinderschutz entgegenkam und im sogenannten Nickelhause einen Stock aufbaute und denselben dem Vereine für den Beschäftigungshorte gegen einen kleinen Anerkennungszins zur Verfügung stellte. Die Sparkassa Direktion (Direktor H. Bgm Georg Aigner, Direktionsmitglied H. Carl Großteßner, Niedernhuber) hat nun in ihrer Sitzung am 25.3. beschlossen, den Kinderschutz Raum zu kündigen und hat die Vorstehung dieses Vereins hiervon in Kenntnis gesetzt. Diese hat sofort an die Sparkasse das Ansuchen gestellt, den Beschluss aufzuheben und den Raum dem Kinderhorte nicht zu entziehen, da doch der Raum eigens für diesen Zweck geschaffen wurde und notwendig gebraucht wird.

RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ4MjI2