- 177 - ze hat den Brand bald bezwungen und die Nachbarschaft von unabsehbarem Schaden bewahrt. Brandursache soll wieder schlechter Rauchfang sein. Am 29. Juni hat Theresia @@@@@, ledige landw. Magd in Pernzell @@, mit ihrem 6-jährigen Kinde Anna den Tod in den Wellen der Steyr gesucht. Dieselbe war mütterlicherseits erblich belastet; ihre Mutter ist vor einigen Jahren in der Landesirrenanstalt in Niedernhart gestorben. Sie weinte viel und war schon lange von schwerem Trübsinn befallen. Die Leiche der Mutter wurde noch am selben Tage im Pfarrgebiet von Leonstein aus der Steyr gezogen und erhielt dort auch ein kirchliches Begräbnis. Das Kind wurde noch nicht aufgefunden. Am 2. August wurde das große Ciborium durch den Gürtlermeister, Muckenhuber in Linz Bischofstraße, neu feuervergoldet. Kosten 60 Schilling. Ferdinand Hubner, Dienstknecht seit 1. Dezember 1903 im Pfarrhofe Grünburg und Maria Gunitzberger, Wirtschafterin bei H.H. Pfarrer Neumayer seit 15.6.1905, erhielten über Eingabe des Pfarrers eine Auszeichnung vom Lande für langjährige treue Dienste nämlich ein Diplom, eine silberne Medaille und 25 Schilling in Gold. Die Überreichung erfolgte am Sonntag, den 10. August, im Gasthause Schellmann durch den Herrn Bürgermeister Georg Aigner in Anwesenheit von Vertretern der Christlich Sozialen Gemeindevertretung, der Kongregation, und dem fast vollständig erschienenen Arbeitsbunde von Grünburg und Steinbach. Ansprachen hielten der Ortspfarrer, Kammerrat Anton Jungherr aus Garsten und H. Sekretär Franz Hönig. Außer obengenannten 2 Pfarrhofdienstleuten wurden auch H. Peter Schoiswohl, 28 Jahre bei der Herrschaft Steyr bedienstet, prämiert. Am 17. August starb in Obergrünburg 124 Herr Anton Oberndorfer im Alter von 74 Jahren. Derselbe war ein ehrsamer Schustermeister aber auch ein begeisterter Musikant, sogenannter „Brat'l Geiger". Er wusste auch in seinem Alter alle die Hochzeiten, die er mitgemacht, und konnte auch mit Sicherheit jeden Gönner der Musik nennen, der vor 40 oder 50 Jahren einen Zwanziger "ausgepackt" hatte. Aber auch zu Ehren Gottes ließ Herr Oberndorfer die Geige ertönen indem er etwa 50 Jahre fleißig auf dem Kirchenchore mitwirkte, unermüdlich rührend, sogar auch als ihm das Hören fast gänzlich verlassen hatte. Der Herr, der Vergelter alles Guten lohne ihm all sein Wirken auf dem Kirchenchor mit der ewigen Glückseligkeit des Himmels. Einer der wichtigsten Ereignisse des ganzen Jahres 1930 war wohl die Eröffnung des Postamtes Obergrünburg am 1. Dezember im Hause des Wirtshauses „Unterhaus" durch den Präsidenten der Postdirektion Linz-Salzburg Herrn Almoslechner. Die Entfernung des Postamtes Grünburg wurde schon lange hart empfunden, und es wurden daher schon vor 20 Jahren Versuche gemacht ein Postamt in Obergrünburg zu erhalten. Dem Vernehmen nach scheiterte die damals viel leichter erreichbare Sache dadurch, dass sich der Kammfabrikant Herr Hans Schwarz aus Entgegenkommen für seinen Sangesbruder H. Raimund Gager, dem damaligen Postmeister von Grünburg, für das Postamt Grünburg entschied, obwohl er viel näher und leichter nach Unterhaus gehabt hätte. Im Jahre 1928 wurde die Sache wieder aufgegriffen und durch H. Leopold Fischlmayr und Johann Baumann Interessentenunterschriften gesammelt, die der Eingabe zugrunde gelegt wurden. Wiederum schien die Sache im Sand zu verlaufen.
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