Pfarrchronik Grünburg 1873 - 1968

- 176 - Die Musik brachte ein herrliches Trauungslied in bester Weise zum Vortrage. Als Primizmesse wurde die „Primizmesse in D-Dur" von Kempter aufgeführt. Dieselbe war gesanglich und instrumental reich besetzt, hochw. H. Cooperator Johann Huber meisterte die Orgel, Herr Oberlehrer Macho schwang den Dirigentenstock. Die formvolle Aufführung verdient die vollste Anerkennung und den wärmsten Dank an alle Mitwirkenden. Insbesonders hat sich um dieses Meisterwerk verdient gemacht der H.H. Koop. Johann Huber, der das ganze Notenmaterial aus eigenem Anschaffte und selbst den Orgelpart übernahm, sich auch bei den vielen Proben große Mühe gab, sowie Herr Oberlehrer Leo Macho, der die Proben, sowie die Aufführung mit Meisterhand dirigierte. Ein herzliches Vegeltsgott vom Primizianten und vom Pfarramt. Nach dem hl. Amte, bei dem auch viele aus der Hand des Primizianten die hl. Communion empfingen, war Te Deum und sakramentaler Segen mit „Tantum Ergo e Genitori"; zum Schlusse wurde der hl. Primizsegen verteilt vom Primizianten und von den beiden assistierenden Neupriestern, H.H. Karl Kerschbaummayer als Alberndorf und Alois Weichselbaum aus Pierbach. Der Auszug erfolgte in derselben Ordnung wie der Einzug. Beim Pfarrhof erfolgte die Gratulation durch ein von den jüngsten Schwestern des Primizianten vorgetragenes Gedicht. (Cilli Englstorfer). Der außerkirchliche Teil war im Unterhaus (110 Gedecke) und beim Schellmann am Kirchenplatz für die Musik (32 Gedecke); für die Mitwirkenden am Chor war die Bewirtung beim Lirk-Oberndorfer, der Ortspfarrer prostete auf dem Primizianten, auf das Brautpaar, und auf die Eltern der Braut. Die mar. Kongregation gratulierte in Gedichten und Vorträgen und machte der Braut als Präfektin ein herrliches Angebinde: ein großes, ovales herrliches Madonnenbild. Eine ganze Anzahl von ernsten und launigen Primiz- und Hochzeitgedichten kamen von den Kindern zum Vortrag, die Haunoldmusik konzertierte und das obligate Photographieren der einzelnen Gruppen durfte nicht fehlen. Um 5 h war der hl. Segen vom Primizianten gehalten und damit der Schluss der schönen offiziellen Feier. Deo Gratias! Sehr verdient um die Ausschmückung der Festtafelsäle, sowie der Portale, haben sich die ehrw. Schwestern und einige Kongregarnistinen gemacht, da der Wirt im Unterhaus diesbezüglich selbst gar nichts getan hat. Der hochw. Primiziant blieb noch bis 15. Juli hier, um dann wieder in sein liebes Klösterl nach Innsbruck zurückzureisen. Sein Primizrochett, das die Steinleitner Maridl mit Bienenfleiß in Aufopferung von hunderten von Arbeitsstunden eigenhändig gemacht hat, hat der H. Primiziant als Geschenk der Pfarrkirche Grünburg zurückgelassen. Vergelts Gott tausendmal! Am 2. Juli war Firmung und Visitation in Leonstein. Der Ortspfarrer hat dort den H. Primizianten den Hochwürdigsten Herrn Bischof vorgestellt. Am 1. Juli hat sich in Untergrünburg № @, der von Steyr kürzlich dorthin übersiedelte Leopold @@@@@, Gemischtwarenhändler, erschossen. Er war angeblich Mitglied der „Flamme" und wurde nach Steyr ins Krematorium überführt. Die Selbstmordursache soll Kränklichkeit und schlechter Geschäftsgang gewesen sein. Am 6. Juli hielt die Haunoldmusik im Unterhaus ihr jährliches Gründungsfest ab. Das Fest wurde jäh abgebrochen, da in Untergrünburg 20, beim Eckart Tischler, ein Brand ausbrach, der das Dach des Hauses verwüstete. Die Fabriksfeuerwehr mit ihrer Motorsprit-

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