- 175 - Am Pfingstsonntag, den 8. Juni, um etwa 11 h kam, in dem vom Werkmeister bewohntem Hause der Haunoldmühle in unmittelbarer Nähe der Trockenhütte, ein Rauchfangfeuer zum Ausbruche, welches aber durch die Feuerwehr der Haunoldmühle alsbald gelöscht wurde. Verbrannt ist zum Teil das Dach. Die Brandursache war der schadhafte Rauchfang, durch den ein Balken zum glimmen und brennen kam. Am 1. Juli, dem Feste des kostbaren Blute Jesu Christi, hielt ein Sohne unserer Pfarre, der hochwürdige Herr P. Leo Englstorfer, Kapuzinerordenspriester in Innsbruck, in unserer Pfarre sein erstes hl. Messopfer. Geweiht wurde derselbe am Feste der hl. Apostel Petrus und Paulus in Innsbruck vom hochwürdigsten Bischof Dr. Waitz. Der Ortspfarrer holte am 30. Juni den H.H. Primizianten und den H. Primizprediger P. Augustin, Guardian in Salzburg, mit dem Auto, das Herr und Frau Dr. Girzikovsky in liebenswürdiger Weise zur Verfügung gestellt und mithilfe der ehrw. Caritasschwestern herrlich mit Blumen geschmückt hatten, in Rohr ab. Die Begrüßung erfolgte auf dem Kirchenplatze, wo sich die Verwandten, die Schulkinder, und eine Menge Gläubiger eingefunden hatten. Eine Kongregarnistin, Agnes Schmiedinger, brachte ein passendes Begrüßungsdeicht zum Vortrag, der Ortspfarrer sprach herzliche Begrüßungsworte im Namen des Klerus, der Verwandten, der Schule und der ganzen Pfarrgemeinde. Hierauf erfolgte der Einzug in die festlich geschmückte Pfarrkirche, wo der Primiziant nach einer kurzen Anbetung eine Segenandacht abhielt. Dann erfolgte der Besuch der Eltern auf dem Friedhof. Das Grab war von den ehrw. Schwestern mit Blumen reich geschmückt und mit einem kunstvollen schmiedeeisernem Kreuze von H. Schlossermeister Franz Ziegler versehen. Ein weißgekleidetes Mädchen - das Oberlehrerstöchterlein - trug ein ergreifendes Gedicht „Begrüßung des Primizianten am Grabe der Eltern" vor. Mit Tränen erstickter Stimme betete der Primiziant mit der Ortsgeistlichkeit die liturgischen Gebete: Das "De Profundis" und die Oration für die Eltern. Am Abend brachte die vereinigte Musik Grünburg-Steinbach ein Ständchen vor dem Pfarrhofe, wo der Primiziant einquartiert war, und konzertierte dann im Unterhause. Primiz und Trauung Der Einzug in die Kirche begann Punkt 9 Uhr mit einem Festgedichte des Primizknaben Rudolf Stadler, ein Enkel des Ludwig Neubacher. Die geachtete Familie Neubacher Stadler hat in uneigennütziger Weise sämtliche Armkränze und Schmucksträußchen für die Primizgäste besorgt. Den Festzug eröffneten im Anschlusse an die große hl. Georgstatue die Schulkinder, dann folge die Haunoldmusik, die Feuerwehren, der Arbeitsbund, die kath. Frauenorganisation, die mar. Jungfrauenkongregation von Waldneukirchen und Steinbach, je mit Fahnen, dann von Grünburg, die weißen Mädchen, die ehrw. Schwestern, der Clerus mit 16 Priester, der Primiziant begleitet vom Prediger und H.H. Dechant Georg Katzinger von Molln. Dann schloss sich an das Brautpaar und die nächsten Verwandten, eine große Gruppe von Frauen mit Goldhauben, endlich die übrigen Primiz- und Hochzeitsgäste, zuerst die Frauen dann die Herren. Nach dem „Veni Sancte Spiritus" hielt der H.H. P. Guardian eine herrliche Primizpredigt über das Priestertum. Nach der Predigt nahm der Primiziant die Trauung seines Bruders Franz mit der Präfektin der mar. Kongregation, Frl. Maria Gaspelmayr, vor.
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