Pfarrchronik Grünburg 1873 - 1968

- 174 - Schon bei den Heimexercicien der Frauen 1929 war der Plan gefasst, im Jahre 1930 solche für Männer zu halten und zwar von 30.4. bis 4.5. Zuerst hat der Exercicienleiter Wenzl Raschke abgesagt, er könne wegen Überanstrengung nach Ostern keine Exercicien mehr leiten, dafür wurde P. Gualbertus vom selben Orden in Hamberg bei Passau in Aussicht gestellt. Leider mussten diese Exercicien wegen Mangel an Teilnehmer vorläufig abgesagt werden. Es hatten sich dazu, trotz eifrigster Propaganda, nur 10 Teilnehmer gemeldet. Die Ursache dieser geringen Teilnahme ist einerseits die zur gleichen Zeit in Steinbach abgehaltene „Glaubenswoche", andererseits vermutlich die, bei der bäuerlichen Bevölkerung in der bisher zum Anbau, ungünstigen Witterung, sodaß die Zeit der geplanten Exercicien zum Kartoffeleinlegen und Gerstenbau benutzt werden musste. Der Pfarrer hofft im Spätherbst diesen Ausfall einbringen zu können. Ein schönes Bild von der hl. Theresia und Kinde Jesu wurde von einem unbekannt sein wollenden Wohltäter der Pfarrkirche gespendet. Es wurde am 11. April 1930 dasselbe von der Devotionalienhandlung Anton Prinz, in Linz Herrenstraße 21, dem Pfarramte zugeschickt. Bei der Kongregationsversammlung am 13. April wurde das Bild geweiht und feierlich in der Kirche aufgehängt. Vergelt‘s Gott dem unbekannten Wohltäter! Das kleine Wegerl als Zugang zum Grabmer Binder über das nordöstliche Eck der sogenannten „Grabmerleiten" ist nur vorübergehend dem Grabmer bewilligt worden und darf niemals ein Rechtsweg werden. Daher der Grabner jährlich darum Ansuchen muss. Die Interessenten am Kirchenbrunnen, Häuser Obergrünburg 122, 123, und 124, müssen laut Brunnenbüchel alle Jahre zum Neujahr um das Brunnenwasser ansuchen und dieses Ansuchen im Brunnenbücherl unterfertigen. In der Vorkriegszeit haben sie die nötigen Reparaturarbeiten geliefert, während das Pfarramt die Brunnenrohre gekauft und den Zimmermann bezahlt hat, und zwar aus dem Kirchenvermögen. Nachdem durch die Inflation das ganze Kirchenvermögen zu Nichte geworden ist (24.000 K) kann die Kirche allein diese Kosten der Erhaltung des Kirchenbrunnen nicht bestreiten. Der Pfarrer hat darum in Vorschlag gebracht, es sollen die obengenannten 3 Häuser je 1/5 der Erhaltungskosten auf sich nehmen, während 2/5 Kirche und Pfarrhof bezahlt. Einige Jahre wurde es auch so gehalten. Nun möchte der Besitzer des Hauses № 124, Josef Lirk, selber nichts zahlen, sondern nur die Taglöhnerarbeiten leisten und auch die anderen dazu bereden mit der Begründung, dass sie auch früher nichts bezahlt haben und dass sie ohnehin um das Wasser ansuchen müssen. Der Pfarrer hat für die Jahre 1929 und 1930 für den Brunnen über 120 Schilling bezahlt mit dem Bemerken, dass diese ganz freiwillige Leistung (wobei die anderen Interessenten auf etwa ebensoviel kamen) keine Präjudiz schaffen darf, und dass solange die Kirche kein Vermögen hat, die Interessenten je 1/5 mitzahlen müssen, ansonsten ihnen der Wasserbezug im nächsten Jahre verweigert werden müsste. Besonders Anspruchsvoll ist Herr Josef Lirk, der den größten Anteil vom Brunnen hat und nichts zahlen will. Videant consules! Alois @@@, geb. Grünburg 26.2.1874, wohnhaft in Grieskirchen 160, ist laut Mitteilung der Bezirkshauptmann Grieskirchen vom 19.5.1930 Zl III/II-66 aus der kath. Kirche ausgetreten.

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