Pfarrchronik Grünburg 1873 - 1968

- 172 - Die außerkirchliche Feier fand statt im Theatersaal im Unterhause, der bis aufs letzte Plätzchen besetzt war. Eingeleitet wurde dieselbe mit einem herrlichen Gedichte „Die Tiara", musterhaft vorgetragen von Frl. Maria Sternberger aus der mar. Kongregation. Die Festrede hielt der Ortspfarrer über das dreifache Amt des Papstes im Leben Pius XI und über den Friedensschluss zwischen Kirchenstaat und Italien. Den Schluss bildete das Mysterienspiel „Rosen vom Himmel", aufgeführt von den Kindern der grünburger Kinderschutzanstalt unter der Leitung der Schwester Immaculata. Die kirchliche Feier in der Pfarrkirche mit Festpredigt, Hochamt und Te Deum, war am 22.Dez. um 9 h. Derselben wohnten bei die Spitze der Behörden, die Schüler mit dem Lehrkörper, die Vereine und Corporationen, kath. Frauenorganisation, mar. Kongregation. Die Patronatsherrin, Excellenz Frau Gräfin Eleonora Lamberg, hat für ihren verstorbenen Gemahl, Excellenz Graf Heinrich Lamberg, für 5 Jahre eine Gedächtnismesse am 17. Oktober, dem Sterbetage, bestellt von 1930 bis 1934 und zu diesem Zwecke den Betrag von 25 Schilling dem Pfarramte überwiesen. Der Betrag wurde auf das Sparbuch mit den Intentionen hinterlegt und kann jährlich für die Versalierung entnommen werden. Die kath. Frauenorganisation hat anlässlich der Christbaumfeier der Pfarrkirche 4 Ministrantenkittel und 2 Kragerl gespendet. Am Sonntag, den 30. Dezember, brannte das Wietmaissgut in Wagenhub 39 ab, wobei auch 8 Stück Rinder, mehrere Schweine, sowie die landw. Geräte zugrunde gingen. Das Feuer soll auf ganz merkwürdige Weise entstanden sein. Durch Überheizung mit Tannenreisig sind die Putztüren aus dem Ofen gerissen worden, hierbei sei eine Katze, die auf der Ofenbank lag, ins glosen gekommen, diese sei ausgelaufen und habe sich im Stroh oder Heu gewälzt. Über Ersuchen des Wietmaisser war am Sonntag, den 12. Jänner, in der Kirche ein Opfergang, der aber nur 58 Schilling 20 Groschen ergab. Es scheinen die ziemlich übersparsamen Wietmaisser nicht recht beliebt zu sein. Der Ortspfarrer Josef Neumayer erhielt am 24. Dez. ein schönes Weihnachtsgeschenk: Er wurde vom hochwürdigsten Bischofe zum Geistlichen Rat ernannt. Anlässlich dieser bischöflichen Auszeichnung wurde über Veranlassung der geistl. Herrn dem Pfarrer im Saale im Unterhaus eine Festfeier veranstaltet (1. Jänner 15 h), an der Vertretungen von allen kath. Vereinen und Corporationen teilnahmen und ihre Gratulationen vorbrachten. Es sprachen: H.H. Cooperator Huber als Veranstalter, H.H. Dechant von Molln, H. Oberlehrer, H. Oberlandesgerichtsrat, H. Notar, H. Ortsschulratsobmann, H. Raml für die Bauernschaft, H. Obmann der Genossenschaft der Landwirte, Frl. Sternberger Maria brachte ein schönes Festgedicht recht ausdrucksvoll zum Vortrag, ein 7-gliedriges Salonorchester unter Leitung des Herrn Kapellmeister Eder konzertierte meisterhaft im Auftrage der Direktion der Haunoldmühle, die sich überhaupt dem Pfarrer gegenüber sehr entgegenkommend erweist. Der Pfarrer dankte allen für die Gratulationen und Ovationen, und erbat sich für sein weiteres Wirken die Liebe der Pfarrholden.

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