Pfarrchronik Grünburg 1873 - 1968

- 17 - 1875 Am 11. Jänner starb Martin Knöpfler, ein biederer recht katholischer Schwabe, ehemals Papierfabrikant in Wels, Stiefvater der Brüder Würz, von denen einer Weltpriester war, der andere ein Jesuit ist - der Vater der Frau von Leopold Hönig. 17. Jänner Namen - Jesu - Octav. Beginn der Ablasswoche, welche gleich der Octav Maria Namen zum Empfang der hlg. Sacramente hier sehr häufig benützt wird. 21. Februar Beginn der Beichtlehren; Montag für die ledigen Mannspersonen, Dienstag für die ledigen Weibspersonen gehalten vom hochw.Cooperator; Mittwoch für die Verheirateten gehalten vom Pfarrer. 29. Februar Beginn der Osterbeichte in der alten Ordnung. Montag ledige Mannspersonen von Untergrünburg, Dienstag ledige Mannspersonen von Obergrünburg, Mittwoch und Donnerstag ledige Mannspersonen von der Wagenhub und Pernzell. Freitag und Sonntag ledige Weibspersonen Untergrünburg bis № 58, Samstag ledige Weibspersonen von Untergrünburg von 58 bis 114. Montag ledige Weibspersonen von Obergrünburg, Dienstag ledige Weibspersonen von der Pernzell, Mittwoch ledige Weibspersonen von der Pernzell, Donnerstag die verh. von der Wagenhub, Freitag verh. von der Pernzell und verh. von Untergrünburg, am Sonntag die Arbeiter von der Haunoldmühle und den Sensenwerken von Leonstein. Nachmittag wird an diesen Tagen Beichte gehört, am Montag die verheirateten von Obergrünburg. Die Fastenpredigten wurden vom Herrn Cooperator unter großer Betheiligung gehalten. Zahl der Osterkommunion 1650, Seelenzahl 2350. Ostern Das hI. Grab wurde heuer geziert durch einen neuen Vorhang am Eingang der Kreuzkapelle, ein großer schwarzer Vorhang mit einem weißem Kreuze, ein Geschenk des edlen Fräuleins Antonia Ludwig, Private in Steinbach; auch ein Tabernakel wurde hergestellt zur Aussetzung des Allerheiligsten, und der ganze Kreuzaltar durch den Tischler Watko von Untergrünburg restauriert; die Blumen zur Verzierung des hl. Grabes liefert Herr Johann Wenzel, Kaufmann in splendider Weise. Am 12. April starb der pens. Bezirksvorsteher Vinzenz Watzke am nervösen Schlagfluß, daher leider ohne hl. Sacramente und wurde am 14. unter großer Betheiligung der Bevölkerung begraben; derselbe war früher Pfleger in Spital am Pyhrn, dann kam er als Bezirksrichter nach Grünburg mit dem Sitze in Leonstein am Schloss; dann 1854 nach dem Bau eines Bezirksgerichtsgebäudes durch Interessen und Aktionäre in der Gemeinde - nach Untergrünburg; derselbe war also 21 Jahre hier, genoss großes Ansehen, war religiös gleichgültig, doch ein Freund der Geistlichkeit allerwärts. Er ruhe in Frieden! Er hinterließ eine Familie von einem Sohn und sechs Töchtern, von denen eine an den Notar Dr. Alfons Hollnsteiner verheiratet ist, dessen Vater hier Pfleger und später Notar war.

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