Pfarrchronik Grünburg 1873 - 1968

- 167 - Die Friedhofsmauer im alten Friedhofe war immer mit Bretteln gedeckt, daher waren fortwährende Ausbesserungen notwendig. Da vom neuen Friedhof einiges Material übrigblieb, Sand und Cement, ließ der Pfarrer die alte Friedhofmauer, bis auf 2 noch ziemlich gut erhaltene Teile, mit einer Cementabdeckung versehen. Am 12. Mai starb H.H. Pfarrer Theodor Gutschick in Eberschwang, derselbe war 1899 bis 1902 Cooperator und Provisor in Grünburg und steht noch in besten Gedanken. Der Pfarrer von Grünburg, der eben in Schallerbach weilte, nahm an der Leichenfeier in Eberschwang teil. Von Grünburg war fast niemand erschienen. Am 12. Juni 1928 ertrank beim Baden im Steyrflusse der beim Grawatsch weilende Sommergast Herr Anton Weyrer, Bankbeamter in Wien IX Bosetzgasse. Sein Leichnam wurde am 4. Juli bei der Haunoldbrücke geborgen und im Friedhofe der Pfarrkirche Grünburg begraben. Am 22. und 23. September 1928 war in Waldneukirchen eine Purschka-Feier. Zum Gedächtnis des 30-jährigen Todestages wurde diesem Heimatsänger vom Lande Oberösterreich ein Ehrengrab in der Friedhofkapelle gewidmet. Da Purschka von 1846 bis 1873 Pfarrer in Grünburg war, nahm auch der Pfarrer von Grünburg an dieser Feier teil. Leider hat der Jupiter Pluvius die sonst so schöne Sache sehr verwässert. Am Sonntag den 11. November wurde, aus Anlass der Cantonatfeier des Todestages Franz Schubert (+1828), in der Pfarrkirche die Messe in G-Dur von Franz Schubert meisterhaft aufgeführt. Herr Oberlehrer Macho hat durch diese Aufführung neuerdings einen Beweis seines musikalischen Könnens gegeben. Das Auditorium ließ viel zu wünschen übrig. Die Landleute haben zu wenig Verständnis für eine kunstvolle Kirchenmusik und die anderen Leute gehen lieber ins Kino und zu ähnlichen Tingeltangl. Der Bruder des Pfarrers ist eigens aus Steyr herbeigeeilt, um bei dieser herrlichen Messe die Bassgeige zu meistern. Am 18. August ist um 10 Uhr abends das Holznergut in Pernzell 52 - Eigentümerin Anna Seufer - niedergebrannt. Das Feuer brach in der Streuhütte aus. Die Ursache ist unbekannt. Am Sonntag, den 2. Dezember, wurde das silberne Dienstjubiläum des Herrn Ferdinand Hubner, bekannt unter den Namen „Pfarrer Ferdl", und zusätzlich das silberne Ehejubiläum desselben mit seiner Gattin Maria Hubner, geborene Steiner, gefeiert. Am 1. Dezember 1903 ist Herr Hubner in den Pfarrhof als landwirtschaftlicher Arbeiter gekommen und hat seither ununterbrochen durch ein volles Vierteljahrhundert seinen beiden Dienstherren, Hochw. H. Pfarrer Fierlinger und Neumayer, zur vollsten Zufriedenheit gedient. Aus diesen doppelten Anlasse wurde ihn und seiner Frau eine kleine schlichte Feier veranstaltet, an der nebst den 6 Kindern des Jubelpaares die beiden Geistlichen der Pfarre teilnahmen. Nach dem hl. Amte nahm der H.H. Pfarrer die Jubeltrauung vor, wobei er eine herzliche Ansprache an die Jubilare und deren Kinder richtete. Hierauf vereinte ein Festmahl im Pfarrhof die Festgäste, wobei die Gratulation des Pfarrers, des Cooperators, der Kinder sowie der kath. Frauenorganisation zum Ausdrucke kam, begleitet mit sinnigen und praktischen Geschenken. Möge es den Jubilaren vergönnt sein, noch recht viele glückliche Jahre im Dienste des Pfarrhofes zuzubringen.

RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ4MjI2