- 165 - Alois Moslechner, persönlich vorgenommen. In Vertretung des krankheitshalber beurlaubten H. Pfarrers nahm H.H. Cooperator Uttenthaler an dieser Feier teil. Der Ortspfarrer wurde von einer schweren Ischias befallen, welche plötzlich am 4. November 1927 auftrat und den Pfarrer 5 bis 6 Wochen gänzlich ans Bett fesselte. Die Auswartung übernahm die ganze Zeit in aufopferndster Weise die Oberin des Versorgungshauses, Schwester Agnes Wetzlmayr. Erst zu Weihnachten konnte der Pfarrer mit Aufwendung aller Kräfte das erstemal wieder zur Kirche gehen und das hl. Messopfer darbringen. Die Christmette konnte er leider nicht halten, das erste Mal seit wenigstens 25 Jahren. Die Krankheit wollte lange nicht weichen und, wenn er auf die Hilfe von 2 Stöcken zur Kirche und Schule ging, hatte er doch täglich große Schmerzen. Auch die sogenannte physiomatische Cur konnte ihm nur geringe Besserung verschaffen. Über ärztliche Anordnung ging er zur 3-wöchentlichen Cur nach Bad Schallerbach, welche ihm zwar eine etwas bessere Beweglichkeit bewirkte, aber die Schmerzen nicht zu bannen vermochte. Erst im Spätherbst des Jahres 1928 sind die Schmerzen bis auf ein erträgliches Maß geschwunden, es dürften die zahlreichen Sonnenbäder im Sommer dazu wahrscheinlich beigetragen haben. Die provisorische Einfriedung des neuen Friedhofs vom Jahre 1924 war schon sehr schadhaft und baufällig geworden. Es musste an einen endgültigen dauerhaften Ersatz derselben gedacht werden. Eine schwere Aufgabe stand dem Pfarrer bevor: Eine Mauer um den neuen Friedhof in der Länge von 4 mal 53 Meter und in der Höhe von 1,60 Meter mit einem Fundament von mindestens 50 cm sollte errichtet werden. Der Ortspfarrer umgab sich zu diesem Zwecke mit einem Stab von Helfern, er gründete ein Friedhofscomite. In denselben wurden, außer den zwei Zechpröbsten, berufen die Herrn: H.H. Cooperator Uttenthaler, Direktor Koberstein von der Haunoldmühle, Johann Brandstetter Bauer am Voitsbergergute Michael Schimpfhuber Bauer am Schwatzgute im Hofschacher, Leopold Kaltenböck Bauer am Untertaunegg. Zuerst wurde beschlossen eine Betonmauer aufzuziehen und die Naturalleistungen der Pfarrholden zu sichern. Die einzelnen Comitemitglieder sammelten mit ihren Listen Zug- und Handrobottdienste, wodurch die Errichtung möglich wurde, sodass man sich an ein so großes Werk heranwagen durfte. Der Wert der Robott, der bei Erwerb einer Familiengrabstätte angerechnet wird, wurde festgesetzt: Ein Tag Zugrobott mit Pferden 15 Schilling, mit Ochsen 12 Schilling, ein Handrobott 4 Schilling. Herr Maurermeister Johann Kornfeil übernahm die Maurerarbeiten um den Stundenlohn für den 1. Arbeiter mit 90 Groschen, für den 2. mit 85 Groschen und 25% Meistergebühr nebst der Verpflichtung den ganzen Zement von ihm aus Station Unterhaus um 9 Schilling pro 100 kg zu beziehen. Außer den 2 Maurern mussten ständig 2 Taglöhner (Wagnerebner und Stöger) sowie der Bau-Aufseher H. Ing. Wetchi mit einem Stundenlohn von 60 Groschen bezahlt werden. Den Schotter lieferte die Haunoldmühle gänzlich gratis, ebenso stellte sie das Verschalungsholz im weitaus größten Teile leihweise zur Verfügung. Zum Ankauf von Cement wurden vom Pfarrer, mit Erlaubnis der kirchlichen Behörde und des Denkmalamtes, 2 alte Ölgemälde verkauft an H.H. Dr. Josef Grosam Theologieprofessor in Linz um 2.200 Schilling. Die Bilder stellten dar die Geißelung und die Dornenkrönung Christi und sollen dem Vernehmen nach einst als Fastenbilder bei den beiden Seitenaltären gedient haben, als diese noch nicht gotisch waren.
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