- 164 - als außerkirchlichen Feier war die Teilnahme der Bevölkerung eine sehr große, was ein Zeugnis für das Ansehen des Jubelpaares ist. Noch auf viele glückliche Jahre! Am 19. Februar brannte das den Eheleuten Franz und Maria Schöllnhammer gehörige Überländ „Kornfeilberg" aus bisher unbekannter Ursache nieder. Höchstwahrscheinlich Brandlegung. Am Montag in der Charwoche (2. April), etwa 3 Uhr früh, drangen Diebe durch Auswiegen des südlichen Fensterkreuzes in das Speisezimmer des Pfarrhofes ein und stahlen verschiedene Gegenstände: Einen Radioapparat, einen braunen Raglan, 2 Sacktücher, ein Paar Strümpfe, einen Weichselstock, ¾ Liter Zwetschkenbrantwein, 13 Stück Zigarren, etwa 20 Cigaretten, eine Taschenlampe mit elektr. Birne und einen großen Handreisekoffer, dem Neffen des Pfarrers gehörig, mit folgendem Inhalt: Ein photographischer Apparat samt Stativ, eine grauen „Goiserer", ein Paar Schnürschuhe, einen Rucksack, eine Sportkappe, eine ganz neue Kammgarnhose, ein neues Sporthemd, ein Reißzeug, photographische Bilder und Utensilien, eine Platte, Papier, Entwickler, Bänder u.dgl. und 10 Schillinge Geld. Ferner ein Paar Schürschuhe, dem geistl. Herrn gehörig. Im Verlaufe des Vormittags wurden wieder einige Gegenstände gefunden, die die Diebe wohl aus Furcht aufzukommen, zurückgelassen hatten. So der Radioapparat beim Zaun des nördlichen Gemüsegärtchens, der Handkoffer, aufgebrochen beim Eingang in die Burgundergrube im Obstgarten. Derselbe enthielt noch den photographischen Apparat und die Bilder und Zeichnungen. Zum Auswiegen des Fensterkreuzes benutzten die Diebe eine Kette und einen Beil und einen halben rupfenen Sack (Zwiebelsack) welche als Eigentum des Frächters Großteßners eruiert wurden. Die Gendarmerie hat die Verfolgung der Täter aufgenommen, wahrscheinlich aber ohne Erfolg. Die Versuche der Recherche ergab, dass die Täter mit Handschuhen gearbeitet haben, weil nirgends Fingerabdrücke zum Vorschein kamen. Wahrscheinlich haben die Täter Geld erhofft weil der 2. April war. Wegen des auf den 1. April fallenden Sonntags wurden die Gehälter aber erst am 2. April ausbezahlt. Besonders Bedauernswert ist der Neffe des Pfarrers, der am Palmsonntag spät abends auf Osterurlaub von der Bundeslehranstalt in Hallstatt eingetroffen war und am Morgen darauf sich seiner guten Kleider und Schuhe und Wäsche uvm. beraubt sah, so dass er sich vom Pfarrer Schuhe und Verschiedenes ausborgen musste um Ausgehen zu können. Den effektiven Schaden hat natürlich der Pfarrer, der ja schließlich Alles wieder kaufen muss. Der Pfarrer hörte ein Geräusch im Speisezimmer, vermeinte aber es sei schon jemand vom Hause auf, um für die Charwoche bald genug zum Putzen oder Brotbacken u.dgl. anzufangen. Ein Bild, vom Neffen des Pfarrers gemacht - aber leider nicht recht gut gelungen weil die Diebe das Paket Photoplatten angriffen - soll dieses denkwürdige Ereignis der Nachwelt aufbewahren. Der Herr Bundespräsident hat mit Entschließung vom 23. März 1928 der Frau Anna Gradauer, ehemalige Postangestellte in Grünburg, die Ehrenmedaille für 40-jährige treue Dienste verliehen. Die feierliche Überreichung dieser Auszeichnung wurde am 26. April im Gemeinde-Sitzungssaale vom Präsidenten der Post u. Telegraphendirektion, Herrn
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