Pfarrchronik Grünburg 1873 - 1968

- 162 - bereit erklärt, die gesetzlich auf sie betreffenden Beträge zu dieser Bauherstellung zu leisten. Die Vertreter der Gemeinde, die Herrn: Bgm. Aigner, BgmStv. Zeitlhuber, und G.A. Fischlmayr erklärten die Erneuerung des Daches für unbedingt notwendig, da eine Reparatur ausgeschlossen sei. Die im Jahre 1919 aufgedeckten weichen Ausschussbretteln waren gänzlich verfault, das Dach glich einem Sieb. Dieselben, vom Ausschusse bevollmächtigten Vertreter, beschlossen die Eindeckung mit Falzziegel, die Güterdirektion der Patronatsherrschaft Steyr stimmte bei. Am 24. Juli wurde der Gemeindepark eröffnet und dem Publikum zur allgemeinen Benutzung gegeben (bis auf Widerruf). Anlässlich dieser Eröffnung wurde von der Ortsgruppe Grünburg des Deutsch-Österreichischen Alpenvereins ein Gartenfest abgehalten, dessen Ertrag dem Verein zur Erbauung einer Schutzhütte auf dem „Bergmais" zufloss. Am 7. August wurde von der Kinderschutzanstalt ein großartiges Sommerfest veranstaltet, wie es Grünburg noch nie gesehen hat. Es konstituierte sich ein Damenkomitee mit Frau Oberlandesgerichtsrat Marianne Chimani an der Spitze, welches im Vereine mit den ehrw. Schwestern die zahlreichen Arbeiten der Vorbereitung, die Sammlung des Garantiefonds, und die Kinder am Festzelte übernahmen. Die Einstudierung der Kinderchöre und die Leitung bei der Aufführung besorgte in bester Weise der Theologe ehrw. Herr Max Hollnsteiner. Das Fest begann mit einem Festzug von 16 Wägen und 2 großen Automobilen, von denen alle aufs reichste einheitlich mit Blumen geschmückt waren, wobei jeder Wagen eine Gruppe von Kindern unter einer besonderen Devise trug. Das Fest brachte eine Brutto Einnahme von über 1.200 Schilling. Leider waren die Schulden des Vereins Kinderschutz schon auf mehr als 1.000 Schilling angewachsen, sodaß nur mehr ein Kassenstand von etwas über 200 Schilling blieb, der in erster Linie zur Beschaffung des Winterholzes verwendet wird. Der 26. August 1927 war ein trauriger Tag für das ganze Pfarrhofpersonal, den es hieß Abschied nehmen von dem guten „Maxl", der mehr als 10 Jahre so anerkennungswerte Zugdienste vom Pfarrhof geleistet hatte. Er musste über Anordnung des Tierarztes den Weg nach Steyr zum Pferdefleischhauer antreten. Der liebe, ulkige Nachbarspfarrer von Leonstein hat ihm einen sehr hübschen Nachruf in die Steyrer Zeitung gegeben. (Siehe Anhang Seite 290) Am 5. September fand man im Bache bei der Hödlbrücke in Pernzell einen Schuh mit einem beim Knöchel abgerissenen Fuß. Derselbe wurde als Körperteil des seit März 1926 abgängigen August Lehner aus Waldneukirchen agnosciert, der im Zustande der Trunkenheit verunglückt sein dürfte. Am Sonntag den 25. September hat der Ortspfarrer die neue Motorspritze der freiw. Feuerwehr in Grünburg eingeweiht. Am 20. Oktober starb in Kirchdorf nach einer schweren Magenoperation Frau Theresia Englstorfer, Bäckermeistersgattin in Untergrünburg 111. Ihre Beerdigung fand am 23. Oktober auf dem Friedhofe in Grünburg statt unter ungemein zahlreicher Beteiligung der Bevölkerung. Frau Englstorfer war eine musterhafte christliche Mutter, deren ältester Sohne Theologe des Tiroler Kapuzinerordens geworden ist und eine ausgezeichnete

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