Pfarrchronik Grünburg 1873 - 1968

- 16 - die Grenze sollte von der Pernzell aus der Holznerranzen und in Obergrünburg der Sapplberg sein; ein anderer Grund war durch Vergrößerung der Pfarre Leonstein eine eigene Gemeinde Leonstein bilden zu können, ein liberales Eldorado, da wie bekannt ist die Leonsteiner, verhetzt durch etliche Sensenschmiede und ihre Helfershelfer, sich sehr liberal gerieren und auch die an Leonstein angrenzenden Bauern, größtenteils abhängig von der Schmiedleithen, dessen Besitzer im Unglauben des Liberalismus seinen Gefallen zu finden scheint und dieser Richtung schon halb verfallen sind. Die ganze Auspfarrungsfrage verschwand wie der Nebel im Herbst, da die Statthalterei und das H.H. Ordinariat darauf nicht einging, auch Graf Otto Salburg vom Schlosse Leonstein (zur Orthschaft Obergrünburg gehörig) einen energischen Protest gegen die Auspfarrung einreichte. Hofwirth und Brauer Reichl Leopold stimmte für die Auspfarrung. Ludwig Zeitlinger als Nachfolger und Erbe des durch seine großartigen Wohlthaten, seinen kirchlichen Sinn, hochberühmten und allerseits bekannten und gesegneten Besitzer der Schmiedleithen, Herrn Gottlieb Hirzenberger (gestorben 1871), Kirchenvater von Grünburg, legte in Folge der Auspfarrungsfrage seine Stelle als Kirchenvater nieder und es wurde statt seiner Simon Pöllhuber am Riedlhubergute in der Pernzell ernannt. Im Landtage ging das Gesetz durch wegen Ablösung der Sammlungen für kirchliche Organe. Schon bei Trennung des Mesners vom Organistendienste haben hier 8 Bauern, darunter die ob ihrer Hinneigung zum Liberalismus bekannten (Aigner, Grabner, Bär, Röll) dem Mesner die Sammlung verweigert weil dieselbe im Grundbuche als Schullehrersammlung bezeichnet war. Unter diesen befanden sich auch der Bauer Lang (mit zwei Güther) - der Holzner in der Pernzell, sowie der Bauer und der Wurzer; es bestand ein langer Schriftenwechsel zwischen Statthalterei - Bezirkshauptmannschaft - Pfarramt. Die Bezirkshauptmannschaft, an deren Spitze Friedrich Hauer stand, forderte immer neue Beweise ob die „Schullehrersammlung“ wirklich eine Mesnersammlung sei; der Beweise wurden geliefert, die Fassionen der Schullehrer vorgewiesen, worin dieselben selbst diese Sammlung als für Mesnerdienst gehörig bezeichneten; die Statthalterei entschied auch in diesem Sinne; noch einmal wurde ein Rekurs gemacht durch Dr. Edelbacher und die Sache verlief im Sande, die 8 Bauern verweigerten fortan die Sammlung und dem Pfarrer kam die Sache schon so schmutzig und lästig vor, dass er weitere Anzeigen unterließ. Leider! Die neu angelegte Straße wurde im Sommer dem Verkehr übergeben. 31. December Am letzten Tage des Jahres feierliche Danksagung, bestehend aus einer musikalischen Litanei und dem „Großer Gott wir Loben Dich".

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