- 159 - 1927 Vom 9.bis 14. April wurde eine Missions-Renovation gehalten. Von den hochw. P.P. Franziskaner Sisinius Bader, Missionär in Maria Schmolln, und Raimund Gastl, Missionär in Salzburg. Der 3. Pater H.H. Heribert Abfalter, Missionssekretär in Pupping, hat im letzten Moment abgesagt, da er total heiser unmöglich predigen könne. Es haben an seiner statt die Ortsgeistlichen im Beichtstuhl ausgeholfen. Die Renovation war gut besucht, da der Pfarrer in jedes Haus der Pfarre eine schriftliche Einladung und Gottesdienstordnung geschickt hatte. Der 85-jährige Mesner Herr Leopold Edtbauer erhielt vom Hochwst. Herrn Bischof das bischöfliche Ehrendiplom, welches ihm der Ortspfarrer am 30. Jänner im festlich geschmückten Saale des Gastwirtes Schellmann, samt den ehrenden Begleitschreiben, nach einer passenden Ansprache übereichte. Zu dieser Feierlichkeit waren Vertretungen von allen kirchlichen Vereinen erschienen, eine große Anzahl von ehemaligen Ministranten - derzeit zum Teil selbst ergraut - und eine, den Saale bis aufs letzte Plätzchen füllende Volksmenge. Von der Gemeinde erhielt der Jubilant eine Ehrengabe von 50 Schilling und von der Kirche 50 Schilling. Zum unterhaltendem Teil trug ein künstlerischer Saitenherrgott unter Leitung des Herrn Oberlehrer und Organisten Leo Macho bei. Möge sich der Gefeierte noch recht lange seiner wohlverdienten Auszeichnung erfreuen. Am 8. Februar 2 Uhr starb unser hochverdienter und allseits beliebter Landeshauptmann Johann Nepomuk Hauser. Zum Leichenbegräbnis am 12. Februar konnte der Pfarrer von Grünburg leider nicht fahren, da die Bahnverbindung eine so schlechte ist, dass man am Samstag nicht mehr hätte heimkommen können. Der Ortspfarrer hält für den treuen Verstorbenen am 11. Februar um 8 Uhr einen feierlichen Trauergottesdienst „Requiem in Libera", den die ganze Schule (Kinder und Lehrkörper), Herr Bürgermeister, sowie Vertreter der Behörden und Vereine, besonders Volksverein, Bauernbund, kath. Frauenorganisation und mar. Kongregation, beiwohnten. Auch ein Condulenzschreiben im eigenen Namen und im Namen der Pfarrgemeinde hat derselbe an die Bundesregierung und an die Parteileitung geschickt, sowie 20 Schilling für den Dombau, als Blümlein an das Grab seines lieben Freundes, angewiesen. Heuer war zum ersten Male die Kerzenweihe nicht am Lichtmesstage, der über kirchliche Anordnung aufgehört hat ein gebotener Feiertag zu sein, sondern am darauffolgenden Sonntag (6. Februar). Bei der Missionsrenovation waren 1100-1200 Confidentes und etwa 1500 Communieantes (inkl. Schulkinder). Gebe Gott, dass diese Geisteserneuerung nicht ein Strohfeuer war, sondern einen bleibenden Nutzen für das Seelenheil der Pfarrholden gewirkt habe. Auf der steilen, fast ungraduktiven Wiese gegen die Bahnstation Unterhaus wurden anfangs April noch 600 Fichten- und 100 Lärchenpflanzen gesetzt. Unser recht armes hl. Grab wurde heuer etwas verschönert. Es wurde das Bild mit dem Leichnam Christi vom Maler Fuchs repariert.
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