- 156 - gegen einen geringen Anerkennungszins von monatlich 1 Schilling als Arbeitsraum bzw. Aufbewahrungsraum für Material überlassen. Der Ortspfarrer hat nun am 21. April 1926 die kirchliche Einweihung dieses Raumes vorgenommen und in der darauffolgenden Ansprache den Wohltätern und Gönnern gedankt und die Kinder zum Fleiße und guten Betragen ermuntert. Die Kinder brachten im Anschlusse an diese Feier dem Ortspfarrer nachträglich ihre Namenstagwünsche und verschiedenen Darbietungen dar, da zu Josefi der Pfarrer an Grippe krank darniederlag. Selbstverständlich musste eine Honigbutterbrotjause dafür die Belohnung sein. Auf der fast ungraduktiven Seite gegen die Landstraße (gegen Lirk und Demberger) hat der Pfarrer 500 Fichtenpflanzen setzen lassen. Möge einer seiner Nachfolger einmal eine Freude und einen Nutzen dadurch haben. Um den Gemüsegarten hat der Herr Pfarrer einen neuen, und zwar sehr dauerhaften, Zaun errichten lassen aus Drahtgeflecht auf Lärchenpfosten. Die Kosten betragen ohne die selbstgeleistete Arbeit über 130 Schilling. Am 2. Mai nahm die Kongregation von Grünburg fast vollzählig an der Fahnenweihe der Kongregation in Bad Hall teil. Am 9. Februar 1926 wurden am Abhange des Landsberges ober dem Sappelgute Teile eines menschlichen Körpers gefunden. Dieselben dürften herstammen von einem Erhängten. Der Pfarrer hat sie in aller Stille beerdigt und eingesegnet. Am 25. Mai wurde beim Rechen in der Haunoldmühle eine ertrunkene Frauenperson aus der Steyr gezogen. Dieselbe wurde agnosciert als die Pferdewärtergattin Maria @@@@ von Agonitz № @. Sie hat den Selbstmord in Sinnesverwirrung getan, da sie immer eine sehr ehrfürchtige und fleißige Person war, welche mit ihrem Mann im besten Frieden lebte. Sie bekam auch ein einfaches kirchliches Begräbnis. Gott sei ihr barmherzig! Ein sehr desolates weißes Messgewand wurde von den ehrw. Schwestern umgearbeitet, indem die Seitenteile durch roten Seidendamast ersetzt wurden. Jetzt ist es wieder wie neu. Verwendet wurden dazu die Seitenteile eines alten roten Baldachins. Arbeitslohn nur 22 Schilling 30 Groschen. Von denselben Schwestern wurden zwei schadhafte weiße Caseln renoviert, sodaß sie fast wie neu aussehen, ferner ein neues Schultervelum gemacht und der große goldgestickte Namen Jesus von Hand des alten roten Baldachins auf den Rückenteil des Velums kunstvoll übertragen. Alles zusammen kostete 159 Schilling 50 Groschen. Wieder ein Selbstmord. Am 10. Juni wurde der ledige Bauersknecht beim @@@@@@, Obergrünburg @, im Heuboden erhängt aufgefunden. Derselbe soll die Tat mit Überlegung begangen haben um einer Alimentation zu entgehen. Den neu eingeschärften kirchlichen Vorschriften zufolge wurde er ohne kirchliches Begräbnis am Platze für die Selbstmörder vom Totengräber begraben. Der 4. Juli 1926 war für die Pfarrgemeinde Grünburg ein Freuden- und Ehrentag. Es feierte nämlich der neugeweihte Priester Hochwürden Herr Michael Hierzenberger sein erstes hl. Messopfer. Schon am Vortag wurde dem Neugeweihten eine herzliche Ovation dargebracht, indem er bei seiner Ankunft am Fuße des Pfarrerberges öffentlich empfangen und begrüßt wurde. Zum Empfang hatten sich eingefunden: Die Geistlichkeit, die Schulleitung
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