- 154 - Die im Vorjahr im Spielhofgute in Ternberg bedienstete 20-jährige Magd Agnes @@@@, die nach Adlwang zuständig ist, hatte dort mit dem Knechte Josef @@@@ Beziehungen unterhalten die nicht ohne Folgen geblieben sind. Sie kam dann zum @@@@@@@ in Wagenhub in den Dienst. Dort gebar sie im Jänner ein Kind, das sie im Bette erstickte und dann in den Abort warf. Über eine anonyme Anzeige pflegte die Gemeinde Grünburg Erhebungen, wobei der Leichnam des Knäbleins tatsächlich in der Jauchengrube gefunden wurde. @@@@@ will deshalb den Kindesmord begangen haben, weil ihr der Kindsvater den Auftrag gab, sie möge schauen das Kind weiterzubringen. Agnes @@@@@, die jetzt wieder im 4. Monat guter Hoffnung ist, wurde dem Kreisgerichte in Steyr überstellt. Unter dem dringenden Verdachte der Brandlegung wurde von der Gendarmerie Grünburg der Besitzer des @@@@@@@ in Wagenhub @, Ludwig @@@@ verhaftet; er soll das Fliesenbergergut am 23. August angezündet haben. Er wurde an das Kreisgericht in Steyr eingeliefert, welches hoffentlich herausbringt, in wie fern der schwere Verdacht gerechtfertigt ist. Während der einmonatlichen Untersuchungshaft wurde Herr Ludwig @@@@ wiederholt verhört. Es konnte ihm aber keine Schuld nachgewiesen werden und so wurde er wieder auf freien Fuß gesetzt. 1926 Am 5. April (Ostermontag) fand das Gründungsfest der marianischen Jungfrauen Kongregation Grünburg statt. Der hochwürdige Herr Prälat Dr. Josef Lotringer hatte über Einladung des Prüfers, des H.H. Pfarrers Neumayer, zugesagt die Festpredigt und das Pontifikatsamt zu halten. Im unerforschlichen Ratschlusse Gottes war es anders beschlossen. Der gute hochw. Herr Prälat starb am 19. März (seinen Namenstag) an einer Lungenentzündung. Er wurde ein Opfer seines allzu großen Eifers und der Überschätzung seiner Kräfte. Er hatte zu seinen jetzigen zahlreichen Arbeiten die Fastenpredigten in der Domkirche und Ursulinenkirche übernommen. Mit 40 Grad Fieber predigte er noch und hörte unseren Sünden Beichte. Als man ihn ermahnte sich zu Bette zu begeben da er an Grippe krank sei und hohes Fieber habe meinte er, er habe nicht Zeit zum Kranksein und er sei in seinem ganzen Leben nicht krank gewesen. Erst als ihn die Füße nicht mehr trugen legte er sich zu Bette, aber es war zu spät. Die Ärzte konnten nur eine schwere Lungenentzündung feststellen, der der unvergessliche Hochwürdigste Herr Prälat zum Opfer fiel. Der Ortspfarrer ersuchte nun den Hochwst. Herrn Abt von Schlierbach die Stelle des verstorbenen Herrn Prälaten Lotringer beim Gründungsfeste zu übernehmen, was auch der Herr Prälat von Schlierbach zusagte, wenn ihn der Usus Pontificalum dabei vom Hochwst. bischöflichen Ordinariate bewilligt würde. Das Ansuchen des Ortspfarrers um diese Bewilligung wurde vom Ordinate negativ erledigt mit der Begründung „Der hochwst. Herr Bischof hält sich nicht für ermächtigt diese Erlaubnis zu geben" und zwar mit Hinweis auf eine Erledigung der Ritenkongregation aus dem Jahre 1757! Auf das hin erklärte der Hochwst. Herr Prälat von Schlierbach, er könne nicht kommen, man möge einen Domherrn oder den Hr. Dechant einladen. Es war aber schon Charfreitag als diese Absage kam und daher unmöglich für Ostermontag zur Festpredigt jemand zu bekommen. Mit diesem Vorhalten schickte der Ortspfarrer wieder zum H.H. Prälaten nach
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