- 153 - Im Juni kam dann in der Erledigung über die Visitationsbefunde über das Jahr 1924 auch der Wunsch des Hochwst. bischöflichen Ordinariats in Linz: „Es soll eine eigene marianische Kongregation ins Leben gerufen werden, damit die Sodalinen nicht in eine andere Pfarre gehen müssen und der moralische Einfluss ein fühlbarer wird“. Es ist gut, dass auch von der kirchlichen Oberbehörde diese Anordnung getroffen wurde, damit die Steinbacher sich nicht mehr aufzuregen brauchen wenn auch in Grünburg eine Kongregation entsteht. Es wurde auch gleich ein Magistrat gewählt mit Gültigkeitsdauer bis zum eigentlichen Gründungsfeste, welches wohl zu Maria Lichtmess 1926 stattfinden wird. Der Knabenhort in der Kinderschutzanstalt, geleitet von der ehrw. Franziskanerschwester, konnte nicht aufblühen aus Mangel eines geeigneten Arbeitsraumes. Das zweite Zimmer der Kinderbewahrungsanstalt erwies sich als viel zu klein. Da Entschloss sich die Sparkasse von Grünburg in dem kleinen, ihr gehörigen sogenannten Nickelhause, der sie das Dach derselben ohnehin erneuern müsste, ein Stockwerk aufzubauen und den dadurch gewonnenen Raum dem Knabenhort zur Verfügung zu stellen. Der Bau ist im Großen und Ganzen fertig, muss aber erst eingerichtet werden und kann daher erst im Frühjahr 1926 seinen Zwecke zugeführt werden. Hoffentlich wird der Knabenhort dann besser gedeihen als bisher. Am 28. Oktober fand eine Bezirkstagung des katholischen Volksvereins in Schöllhammer's Gasthof in Untergrünburg statt. Redner: Herr Dr. Hubert Messenböck, Landesrat in Steyr. Am selben Tage, etwa halb drei Nachmittag, kam im Hause № 118 in Obergrünburg den Eheleuten Franz und Anna Grabmer, Binder und Krämer, ein Feuer zum Ausbruche, dass beinahe das ganze hölzerne Haus einäscherte; das Feuer entstand durch unvorsichtiges Handtieren bei der Petroleumsausgabe durch die Frau selber. Im Nu stand das ganze Haus in Flammen. Die Feuerwehr von der Haunoldmühle war mit ihrer vorzüglichen Motorspritze rasch am Platze und leistete erstaunenswertes. Die Feuerwehren von Grünburg und von Steinbach brauchten nicht mehr in Aktion zu treten. Ihr Schaden ist, da vielerlei Waren verbrannten wie Kleidung und Wäsche ein ganz bedeutender (man spricht von über 20.000 Schilling). An Versicherung erhält der Verunglückte 6.500 Schilling. In der Kirche wurde ein Opfergang gehalten. Erträgnis 107 Schillinge. Am 28. Oktober, etwas nach vier Uhr Nachmittag, starb auf dem Heimweg von der Arbeit ganz bei der Haltestelle Haunoldmühle, plötzlich vom Herzschlag getroffen, Herr Franz Rohrauer, Hausbesitzer in Obergrünburg 152. Derselbe war seit 1916 Zechprobst der Pfarrkirche Grünburg und versah sein Amt mit großem Eifer. In früheren Jahren war er Besitzer des Riesergutes in Forstau, wo er sehr gut wirtschaftete. Er war kinderlos und verkaufte noch vor dem Krieg sein Anwesen und kaufte sich das Haus № 152 in Obergrünburg und erübrigte noch einige 20.000 Gulden, womit er für sein Leben auszukommen hoffte. Der Krieg brachte es aber anders, die vollständige Entwertung des Geldes zwang ihn in seinen alten Tagen in der Haunoldmühle Arbeit zu nehmen. Da vor drei Jahren seine Frau starb, so hatte er auch nicht die rechten Worte und Pflege zuhause uns so schwanden seine Kräfte rasch dahin und erlag einen Herzschlag im 71. Lebensjahre. Der Herr vergelte ihm Alles, was er zu seiner Ehre getan. R.I.P.
RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ4MjI2