Pfarrchronik Grünburg 1873 - 1968

- 152 - H.H. Wagnerebner war ein sehr begabter und eifriger, frommer Mann, so dass die Diözese durch seinen frühzeitigen Tod einen großen Verlust zu beklagen hat. Von Grünburg nahm, außer den Verwandten, auch der Pfarrer am Begräbnisse in St.Georgen an der Gusen teil, sowie Herr Englstorfer und Grabmer und die Steinleitner Maridl. In Grünburg wurde am Montag, den 5. Oktober, ein feierliches Requiem für den verstorbenen geistl. Herrn Wagnerebner gehalten. Das Primizrochet haben, über Ersuchen des Pfarrers, die Verwandten der Pfarrkirche in Grünburg geschenkt. Vergelts Gott! Im Oktober wurde die Starkstromleitung der Nettingstorfer-Pappierfabrik von Agonitz bis zum Anschlusse gegenüber der Humpelmühle gebaut. Das elektrische Stromwegegesetz macht eine Verbindung unmöglich. Auch über die Pfarrhofgründe geht die Leitung: 3 Masten im Felde ober dem Pfarrhofhäuschen; ein Doppelmast, ein Einfacher und ein Dreimast auf der steilen Wiese unter der Pfarrkirche. Die zuerst projektierte Trasse über die Felder hinter dem Pfarrhof und gegen Bachmühle konnte der Pfarrer nur mit aller Anstrengung verhindern. Bei diesem Projekte währen auch die besten Bäume zum Opfer geworden. Das Jahr 1925 zeichnete sich durch vollständige Obstlosigkeit aus. Im Pfarrhofe wurde nicht ein Tropfen Most gemacht. Hoffentlich ist es nächstes Jahr besser. War dieses Jahr 1925 ein recht Obst- und Mostarmes Jahr, so war es aber auch ein recht gnadenreiches. Festlich wurde in der Charwoche von den hochwürdigen P.P. Franziskanern eine Volksmission gehalten unter sehr reger Beteiligung der Pfarrholden, dann wurde auch eine marianische Jungfrauen-Kongregation vom Pfarrer ins Leben gerufen. Schon seit dem Bestande der Steinbacher Kongregation waren bei derselben Mitglieder aus Grünburg, und zwar nicht nur aus der geschlossenen Ortschaft in Untergrünburg, sondern auch von Obergrünburg, Wagenhub, und Pernzell. Im August 1924 traten einige Mädchen der Steinbachkongregation, die aber in der Pfarre Grünburg wohnten und einen sehr weiten Weg nach Steinbach hatten, an den Pfarrer von Grünburg mit der Bitte eine eigene Kongregation für Grünburg zu gründen. Der Pfarrer, der in Unterach schon fast neun Jahre eine Kongregation geleitet hatte und den Wert einer solchen zu schätzen wusste, hätte am liebsten gleich „ja" gesagt, aber er wusste auch dass die Kongregation von Steinbach ohnehin in kurzer Zeit zwei Ableger gemacht hatte, in dem aus derselben die Kongregation in Sierning und in Waldneukirchen hervorgingen und befürchtete die Steinbacher Kongregation zu stark zu schwächen, deshalb musste etwas zugewartet werden. Auch wollte er sich zuerst mit dem H.H. Nachbarspfarrer von Steinbach und Prüfer der dortigen Kongregation ins Einvernehmen setzen. Zudem wollten die im eingeschlossenen Teil von Untergrünburg wohnenden Kongregationsmitglieder von Steinbach von einer Errichtung einer Kongregation in Grünburg nichts wissen, weil in der richtigen Befürchtung, dass sie einige tüchtige Mitglieder verlieren würden. Doch es half ihnen nichts mehr, denn die Pernzeller, Wagenhuber und Obergrünburger Sodalinen und eine Anzahl von braven Mädchen aus diesen Ortschaften sich freiwillig erbittig machten, der Kongregation von Grünburg sogleich beizutreten. So begann der Pfarrer von Grünburg am Feste Maria Verkündigung mit den monatlichen Vorträgen und Versammlungen.

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