Pfarrchronik Grünburg 1873 - 1968

- 145 - Schellmann zu erhalten, was ihr eigener Wunsch war, denselben noch zu erleben. Sie ruhe in Gottes heiligen Frieden! Der Herr sei ihr überaus großer Lohn! Das gänzlich defekte Dach des Kirchenportales wurde mit kurzen Holzschindeln erneuert. Das Portal selbst ausgebessert und herab geputzt, sowie die Kirchenmauer auf der Südseite ausgebessert und geweissigt. Die Maurerkosten betrugen 848.200 K. Die Zimmermannsarbeiten am Musikchor bei Umstellung des Pfeifenkastens und Aufmontierung der neuen Orgel samt Material machten 759.240 K, welche Herr Bürgermeister als Orgelspende schenkte und noch dazu 300.000 K bar. Vergelts Gott! Ihre Excellenz Frau Gräfin Theodora Kottelinsky, Herrschaftsbesitzerin in Schloss Kogel, Pfarre St.Georgen im Attergau, Patronatsfrau der Pfarre Unterach, schenkte über Verwendung des Pfarrers zur Pfarrkirche in Grünburg eine violette Casel und 2 Dalmatiken samt Zugehör; der Wert wäre gewiss 3 bis 4 Millionen K. Vergelts Gott! Friedhofsfrage Die Friedhoffrage, die schon seit dem Jahre 1913 besteht, wurde endlich zum großen Teile beantwortet. Dem Pfarrer gelang es am 29. V. 1922 den nötigen Grund per ½ von den 5 Besitzern des Seiserhofes in Pernzell 83 / 84 zu erwerben und zwar bekamen Gottlieb und Franziska Stummer, die schon etliche 20 Jahre am Seiserhofe hausen, je 50.000 K in Papiergeld, die übrigen 3 Geschwister Christof Stummer, Besitzer des Plurschgutes in Molln, Johann Stummer, Binder in Pichl bei Windischgarsten, und Maria Puder, Bäuerin in Windischgarsten je 100 K in Silber. Den Kauf führte Herr Notar Dr. Anton Zimmermann gänzlich kostenlos durch. Der Friedhofgrund wurde im Frühjahr 1923 mit einem 1 ½ Meter hohen Hanichlzaun umgeben. Die Pflöcke und Stangen hierzu wurden bei der Herrschaft in Steyr gekauft, die Hanichl von derselben gratis überlassen über Ersuchen des Pfarrers. Das Fällen der Stangen im Schlagbache besorgte in zuvorkommender Weise gänzlich kostenlos Herr Leopold Kaltenböck, Besitzer des Untertannegg in Wagenhub 16, das Bringen derselben die Pferdefuhrwerksbesitzer Niederhuber, Rottenhuber, Rahofer und Ebner. Das Hacken der Hanichl und das Bringen derselben besorgte gänzlich kostenlos Herr Johann Brandstätter, Besitzer des Voitsbergergutes in Pernzell, mit Hilfe einiger Pernzeller Bauern. Zum Einsetzen der Pflöcke, Aufziehen der Stangen und Abscheiden der Hanichl haben zumeist die Bauen von Pernzell und Wagenhub Robotter gesendet. Das Ausmessen des Grundes nahm der Ingenieur der Herrschaft Steyr, Herr Peyer, in zuvorkommender Weise gratis vor. Der neue Friedhof harrt nun der Kollaudierung und der Anlegung von Wegen. Die nötigen 300 Silberkronen wurden zum Teile geschenkt, zum Teile verhältnismäßig billig erworben. H.H. Pfarrer von Leonstein hat auch circa 50 Stück aufgebracht. Zum Christbaum der Kinderschutzanstalt (8. 12. 1923) spendete der Hochwst. Herr Bischof Dr. Johannes Maria Gföllner über Ansuchen des Pfarramtes den namhaften Betrag von 500.000 Kronen. Vergelts Gott!

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