Pfarrchronik Grünburg 1873 - 1968

- 136 - 1922 Am 22. Jänner starb um 6 Uhr früh der Hl. Vater Papst Benedikt XV, der in der schweren Zeit die kathol. Kirche mit weiser Hand regierte und unermüdlich in seinen Friedensbestrebungen war und dadurch viel zur Linderung der Kriegsschäden tat. Für seine Seelenruhe wurde am 30. Jänner um 8 Uhr ein feierliches Requiem mit Libera gehalten, an welcher über Einladungen des Pfarramtes die Behörden, Vertreter der Vereine und die Schulkinder teilnahmen. Einige Herren ließen sich krankheitshalber entschuldigen. Der Pfarrer selbst war auch krank und musste von 27. - 31. Jänner das Bett hüten. Der Doktor constatierte einen chronischen Bronchialkatharr und Herzenseiterung. Diesen Gottesdienst hielt daher der hochw. Herr Cooperator Josef Putscher. Am Tag darauf, am 1. Februar, wurde über Antrag des Hochwst. bischöfl. Ordinariats ein Votivamt zu Ehren der Allerheiligsten Dreifaltigkeit gehalten um eine glückliche Papstwahl. Vom Turme der Pfarrkirche und am Pfarrhofe wehte vom Trauernachrichttage, den 24. Jänner bis zum 2. Februar die Trauerfahne. Laut Mitteilung des Herz-Jesu-Pfarramtes in Wien ist Max @@@@@, geb. Sep. 1877 in Grünburg (@@@@@@), von der kathol. Kirche ausgetreten. In Steinbach a.d. Steyr wird anlässlich des Anbetungstages am 10. Februar eine 5-tägige Mission abgehalten. Zur selben kamen: P. Hasenöhrl, Franziskaner, Pfarrer Hirtenmayer von Traun, Benefiziat Rubenzer von Schärding, ein Bruder des Ortspfarrers, und H. Dechant Katzinger von Molln; der Pfarrer von Grünburg kann leider krankheitshalber nicht mitwirken. Am 6. Februar wurde der Hochwst. Herr Kardinal Achille Ratti, Erzbischof von Mailand, zum Papste gewählt. Er nahm den Namen Pius XI an. Glockenaktion Das Glockenkomitee wurde erweitert und in dasselbe cooptiert die Herren: Johann Brandstätter, Voitsberger in Pernzell; Carl Großteßner, Niederhuber in Wagenhub; Michael Schimpfhuber, Schatz im Hofschacher; und laut Beschluss der Sitzung von 26.2.1922 bei Herrn Bgm. Aigner Herr Direktor Bruno Neubert von der Haunoldmühle. Der Geldwert sank von Woche zu Woche, die Einnahmen beschränkten sich fast ganz auf die sonntägliche Tafelsammlung und so schwand völlig die Hoffnung in absehbarer Zeit Glocken zu bekommen. Da kam am 20. April 1921 ein fremder Bursche - wie von Gott gesandt - ins Pfarramt um einen Martikelschein. Die Rede kam zufällig auf die Glocken. Der Bursche kam von Ybbsitz NÖ und erzählte, dass sie dort eine überflüssige Glocke hätten, welche in einem Verschlage unter dem Glockenturme hänge, sie hätten kürzlich ein neues Geläute aus Stahl bekommen. Der Ortspfarrer erkundigte sich sogleich beim Pfarramte in Ybbsitz und erhielt die Auskunft, die Glocke ist verkäuflich, 780 kg schwer, 1,06 Meter Durchmesser, Ton fis, Preis 280 K pro kg loco Ybbsitz.

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