- 135 - Die Festpredigt hielt in ausgezeichneter Weise der hochw. Herr Cooperator Josef Schobetsberger von Steinbach: Über das Glück einen katholischen Priester zu haben. Der Pfarrer hielt das feierliche Hochamt mit großer Assistenz. Nach demselben Auszug zum Pfarrhofe und Dankesansprache des Pfarrers an alle. Im Jahre 1921 sind von 43 Verstorbenen nicht weniger als 7 plötzlich gestorben. A subitaneo et improvisa morte, libera nos Due! In der Woche vor Weihnachten hat auf einmal der Pumpbrunnen im Pfarrhof seinen Dienst eingestellt. Eine Untersuchung durch Zimmermann Franz Brandhuber ergab, dass bei 3 Stehrohren Wasser ausfließt, und dass sich der Schaden durch Ausschappen und Verkeilen nicht mehr beheben lässt. Der Pfarrer ist daher an die Faktoren der Concurrenz i.e. Gemeinde und Patron herangetreten, den Brunnen wieder herzustellen. Die Arbeit wurde von Baumeister Brillinger in Sierning vom 11. bis 14. Jänner 1922 gemacht. Der Voitsberger hat in liebenswürdiger Weise sogleich das Material geliefert. Drei Rohre wurden neu eingesetzt (ein Rohr wurde blind gebohrt). Das Herausnehmen sämtlicher Rohre bei einer Tiefe von 31 Meter war sehr anstrengend, bei demselben haben mitgewirkt: Brunnenmacher und dessen beiden Gehilfen, Pfarrer, Kaplan, Pfarrhofknecht und Magd und Köchin. Die Gemeinde hat sich dabei an diesem Tag durch 1 ½ Stunden 5 Taglöhner erspart. Weiters war die übrigen 3 Tage der Pfarrhofknecht immer bei den Brunnenmachern und hat auch den Werkzeug derselben gratis nach Sierning geführt. Bis zur Vollendung der Arbeit, die noch einmal an Nachhilfe bedurfte da ein Schloss aufgegangen war, musste das Wasser für den Pfarrhof vom Hirsauer geholt werden. Am 1. Adventsonntag 1921 hätte der Pfarrer bald unangenehmen Besuch bekommen. Das Weib des Dienstknechtes Maria Hubner vom Pfarrhofhäusl, hatte die Unwahrheit dem Herrn Nachbarn Johann @@@@ mitgeteilt, dass der Pfarrer den „Ferdl“ (Dienstknecht im Pfarrhof, ihrem Mann) verjage, weil ihr Sohn Josef, ehemaliger Student im Petrinum und nachher Herrschaftsdiener bei Josef Schmidegg in Schlosse Leonstein, in die Haunoldmühle gegangen sein als Arbeiter. Herr Johann @@@@, @@@@@@@@ und Agitator, berichtete diese Unwahrheit der @@@-Versammlung im Unterhaus in aufreizenden Worten, womit die Versammlung sogleich den Pfarrer maßregeln wollte. „Reißt’is außa! Schneit’s eam in Draht a, er braucht koa Liacht!“ und dgl. schöne Äußerungen fielen. Einigen Besonnenen gelang es doch die Versammelten von einer Demonstration abzuhalten. Der Pfarrer erfuhr erst am nächsten Tage, in welcher Gefahr er durch die Liebenswürdigkeit der Frau Hubner und ihres Protectors des Herrn Johann @@@@ gestanden. Am 19. Dezember hat der Hochwst. Herr Bischof über Antrag des Pfarrers dem Obmann der Ortsgruppe des kathol. Volksvereines Herrn Matthäus Gaspelmayr und dem langjährigen Zechprobste Herrn Sebastian Wasserbauer, Auszugsbauer am Baumgartnergute in Wagenhub 61, das bischöfliche Ehrendiplom verliehen. Die feierliche Überreichung dieser bischöfl. Auszeichnung an ersteren geschah, durch den Ortspfarrer am Feste der hl. Drei Könige, an letzteren am Sonntag den 15. Jänner; bei beiden in Anwesenheit einer großen Anzahl von Festgästen.
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