- 132 - So fuhren am 2. November der Ortspfarrer und der Voitsberger nach Steyr und kauften um circa 129.000 K einen Posten Eisen, Radreifen und Fassreifen (78 - 85 K pro kg). Der Pfarrer kaufte überdies noch einige Tage später einen Lederkant (Jittling) bei Herrn Straßer um 18.230 K. So dass das ganze Geld zu Material angelegt ist, und einen weiteren Schwund vorgebeugt ist. Zu diesem Entschlusse hat sich das Komitee gezwungen, da über Anfrage des Pfarrers von der Direktion der Glockengießerei in St.Florian (P.P. hochw. Generalvikar Bartholomäus Scherndl) die Antwort kam, dass sie in der Erledigung der Aufträge erst im Februar 1920 sind. Die Preise am 1.XI. 1921 für Kupfer pro kg 100 K, für Zinn pro kg 2.300 K. Es wären 3 Glocken geplant im selben Gewichte wie früher: 1. Georgi Glocke 550 kg 2. Mutter Gottes Glocke (Schmerzhafte) 310 kg 3. Floriani und Sebastiani Glocke 166 kg Für die abgelieferten Glocken haben wir etwas über 4.000 K im Jahre 1921 bekommen. Ob und wann wir die Glocken bekommen, weiß dieser Herrgott. O das ich es doch noch erleben möchte! Laut Mitteilung des Magistrates Steyr ist Franz @@@, Handelsangestellter beim Consum (Haus @@@@@@) von der Kath. Kirche ausgetreten am 18. Februar 1921. Die Gemeindeumlage beträgt für die Pfründe pro 1921: 481 K und zwar Umlage 336 K 70 h und Robott 144 K 30 h. Das Hochwst. bischöfl. Ordinariat hat die Kriegsanleihen, welche die Pfarrämter von Kirchen- und Stiftungspfründe gezeichnet haben, verkauft. Das Defizit soll gedeckt werden durch Übernahme von Messintentionen zu 80 - 100 K. Das Pfarramt Grünburg hat sich auch dazu bereit erklärt. Das Hochwst. bischöfl. Ordinariat wollte eine Bekleidungsaktion für den Clerus beginnen. Es sollte jeder Geistliche 3 - 5 Meter Stoff erhalten gegen Erlag von 350 K. Diese Aktion kam nicht mehr zustande, da die Wiener alles aufbrauchten. Dafür bekam aber über Intervention des Hochwst. Herrn Bischofes jeder Geistliche 3½ Meter feinen Stoff als Geschenk vom hl. Vater Papst Benedikt XV. Zugleich erhielten alle Priester gegen einen ganz kleinen Beitrag, vom Hochwst. Herrn Bischof Dr. Johannes Maria Gföllner je auch 2 Hemden und 2 Unterhosen Stoffe, und die Pfarrer überdies noch 2 Bettüberzüge. 1000 mal Vergelts Gott. Der Hochwst. Herr Bischof hat überhaupt in dieser, für den Clerus so harten Zeit, im selben Jahr viel geholfen durch ausländische Stipendien. Hochw. Herr Johann Eibl verbrachte auch heuer seinen Urlaub von 29. Mai bis Ende Juni wieder in Grünburg und leistete wieder in entgegenkommender Weise Aushilfe. Der Peterstag 1921 wäre bald für unsere Pfarrkirche sehr verhängnisvoll geworden. Etwa um ½ 4 nachmittags ging ein heftiges Gewitter vom Tiefenbach herauskommend nieder. Der Ortspfarrer, welcher mit seinem Neffen Leopold etwas spazieren gehen wollte, musste beim Zeisermayr wegen des aufkommenden Wetters umkehren.
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