Pfarrchronik Grünburg 1873 - 1968

- 129 - Notgeld Wie die meisten Gemeinden in OÖ so hat auch die Gemeinde Grünburg im Februar solches angeschafft. Zur Ausgabe konnte es wegen verspäteter Herstellung erst im Juli kommen. Dasselbe ist von ziemlich schlechtem Papier und sieht auch sonst nicht sehr hübsch aus. Zur Ausgabe eines „Prunkfünfzigers“, darstellend eine Bauernhochzeit, kam es nicht, da die Gemeinde befürchtete nicht mehr auf ihre Kosten zu kommen - und schon ein Verbot der Landesregierung zur Ausgabe von Notgeld erlassen war. Der Verleger behielt die ganze Auflage, um sie zu Sammlungszwecken zu vertreiben. Doch das Notgeldsammeln war ja schon zu einer ansteckenden Krankheit geworden, von der wenige verschont geblieben sind. Im hiesigen Friedhof befinden sich zwei Gräber von Kriegsgefangenen Russen. Baklanow Wassili, gest. 31.3.1918 und Iwaschow Sterhan, gest. 21.11.1918. @@@@@@@, Schmied im Feuerbach, und seine „Wirtschafterin“, @@@@@@@, sind laut Mitteilung der Bezirkshauptmannschaft Kirchdorf am 18.12.1919 aus der Kirche ausgetreten. Dieser Schritt erfolgte durch eine Zeitungsnotiz in dem „Tagblatt“, worin es hieß, dass durch Übertritt in die Alt-Kath. Kirche eine Wiederverehelichung zu Lebzeiten der Gattin möglich sei. Ein merkwürdiges Vorgehens des Altkatholischen Pfarrers und ein noch merkwürdiges der österr. Regierung. - Über Intervention des Ortspfarrers Josef Neumayr, sind die beiden genannten Josef Neuhauser und Theresia Faller am 15.7.1920 wieder reumütig in die Kath. Kirche eingetreten. Laut Anzeige des Vorstadtpfarramtes Steyr sind die „Volkswehrmänner“ Heinrich @@@@@@, geboren 12.7.1899, und @@@@ apostasiert. Letzterer lebt mit der bekannten Hacklin zusammen. 17. Oktober war die Wahl in den Nationalrat. Der Versuch der @@@@@@ den Pfarrer und Coop. wegen Ausgabe von Legitimationsduplikaten einzuklagen misslang ganz und gar.

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