- 125 - Anton Aigner sen. in Molln, den Kostenvoranschlag nicht zu überschreiten, wurde derselbe doch um etwa 1.000 K überholt. Es ist auch kein Wunder bei den jetzigen Löhnen und Materialpreisen. Ein Zimmermann, auch Lehrling, hatte pro Tag 18 K, der Polier 24 K und das neue Abschnittholz 1 m3 Rundholz kostete 240 K. Was vom alten Holze verwendbar war wurde verwendet. Die Kollaudierung erfolgte am 10. November im Beisein des Herrn Güterdirektors König für die Patronatsherrschaft Steyr, des Herrn Bgm. Gaspelmayr für die Gemeinde Grünburg, der Herr Pfarrer und die beiden Zechpröbste für die Kirchenvertretung, sowie des Staatstechnikers Obering aus Steyr. Die Gesamtkosten für die Wiederherstellungen überstiegen 17.000 K, wovon etwa 9.000 K das Patronat, 8.000 die Gemeinde, 200 K der Nachlass des verstorbenen H.H. Pfarrers leistete. Trotz dieser bedeutenden Summen sind im Pfarrhof keine Anstricharbeiten, nicht die Zementabfallsrohre, keine betonierte Senkgrube für Stalljauche, keine Versickergrube auf der Nordseite gemacht wurden. Wohl aber ist in dieser Summe die notwendige Kirchturmreparatur, nämlich teilweise Neudeckung mit Schindeln und Ausbesserungen von der Turmkuppel enthalten. Die Abdeckung der Friedhofmauer wurde zum Teil im Juni, zum Teil im November ausgebessert. Die Arbeitslöhne wurden von der Kirche bezahlt. Betrag 400 K. Die Brettel dazu von der Herrschaft Steyr. 12. November Heimkehrerfest und Gefallenengedenkfeier Am Vorabende Zapfenstreich, am Festtage Zusammenstellung des Festzuges im Unterhaus: Schulkinder, Weiße Mädchen, Musik, 250 Heimkehrer und Invalide, Geistlichkeit, Beamte, Gemeindevertretung, Korporationen. In der Kirche Festmesse mit Blechmusik (Hier liegt von Deiner Majestät), Pfarrer ist Assistenz des H.H. Engelbert Lechner, Coop. In Steyr und Josef Aschauer in Grünburg, zum Schlusse Te Deum. Hierauf Gedächtnisfeier der verstorbenen Krieger beim prov. Kriegerdenkmale auf dem Friedhofe; Libera, Ansprache des Pfarrers, Begrüßung der Heimkehrer und Dank an dieselben, Ehrung der gefallenen Krieger, Kranzspende der Gemeinde, der Pfarrgemeinde und der Invaliden. Schluss mit „Vater ich rufe Dich“ durch die Musik mit Böllerbegleitung. Das prov. Kriegerdenkmal, vom Pfarrer errichtet, ist ein einfacher Grabhügel und ein großes Holzkreuz. Das Holz dazu spendete die Besitzerin des Sattelgutes in Pernzell. Verfertigt wurde das Kreuz vom Zimmermeister Johann Georg Aigner in Grünburg. Nach der kirchlichen Feier wurde für die Heimkehrer in verschiedene Gasthäusern ein Mittagsmahl und 4 Glas Most verabreicht. Um ½ 4 Nachmittag war Festkonzert bei Twertek in Untergrünburg mit Tombola. Es sprach Herr Bürgermeister den Willkommensgruß an die Heimkehrer. Ein Heimkehrer dankte im Namen derselben für die Veranstaltung dieser Feier. Die Kosten wurden aufgebracht durch Sammlungen, Spenden, Verkauf von Blumen und Tombolalose und durch Naturalspenden von Seiten der Bauern, insbesondere Most. Der etwaige Überschuss soll für das Kriegerdenkmal verwendet werden. Die Feier war von der Gemeinde veranstaltet. Dem Festkomitee gehörte auch der Pfarrer an. Im August wurde vom Pfarrer Josef Neumayr die Genossenschaft der Landwirte „Obergrünburg“ gegründet. Elektrisches Licht
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