- 124 - Pfarrer, dem er seine volle Anerkennung und Zufriedenheit aussprach. Um ½ 6 Uhr erfolgte die Abreise nach Waldneukirchen. Auf dem Wege dahin machte der Bischof über Ersuchen des Pfarrers dem schwerkranken Bürgermeister einen Krankenbesuch. Während der Hochwürdigste in Molln weilte, fuhr der Pfarrer zum kranken Bürgermeister und bereitete ihn auf die hl. Sakramente vor. Er holte auch gleich das Allerheiligste aus der Kirche in Steinbach und spendete dem Bürgermeister das hl. Sterbesakramente. Es war auch notwendig. 24. Juni Tod des Bgm. Aigner Am Abende verlor derselbe das Bewusstsein ohne es wieder zu erlangen. Tags darauf, am 24. Juni um ½ 3 Uhr Nachmittag, hatte er seine Seele seinem Schöpfer zurückgegeben. Mit Herrn Bgm. Anton Aigner ist ein Mann von seltenem Geschäftsgeist, von seltener allgemeiner Beliebtheit, von Offenheit und Ehrlichkeit, von entschiedenem Christentume ins Grab gesunken. An seinem Grabe trauert seine treue fleißige Gattin, mit der er 8 Jahre in glücklicher Ehe gelebt, 2 liebe Kinder (7, und ½ Jahr alt), die greisen Eltern, Altbürgermeisterseheleute in Molln, Geschwister, eine große Anzahl von Arbeitern, denen er als Zimmermeister mehr liebevoller Vater als Vorgesetzter war, und die ganze Gemeinde Grünburg, deren Vertreter ihn einstimmig bei der Bürgermeisterwahl am 2. Juni dieses Jahres zum Oberhaupte der Gemeinde wählten. Alle setzten ihre Hoffnung auf den tüchtigen Mann in der schwierigen Zeit nach dem unglücklichen Weltkriege. Leider war es ihm nur 3 Wochen beschieden die Geschicke der Gemeinde zu leiten. Auch die Christlich Soziale Partei, welche Bgm. Aigner stramm angeführt, hat durch seinen Tod einen großen Verlust zu verzeichnen. Seine große Beliebtheit zeigte sich bei dessen Leichenbegängnisses. Seit dem Tode des H.H. Fierlinger hat Grünburg ein solches nie gesehen. 5 Priester assistierten dem Ortspfarrer; der Pfarrer von Steinbach hielt während des Requiems eine Beimesse. Alle Vertretungen der Behörden, Vereine und Korporationen waren ausgerückt. Der Gesangsverein ehrte sein Mitglied durch einen erhebenden Gesang beim Trauerhause und beim Grabe. Die Kranz und Blumenspenden waren so zahlreich, dass sie am Grabe fast nicht Platz fanden. Nun ruht der noch nicht 38 jährige schaffensfreudige Mann auf dem Gottesacker neben der Kirche. Eine seiner letzten Arbeiten war die Ausbesserung der Deckung der Friedhofmauer am 20. und 21. Juni. Gott tröste alle um ihn Trauernden und schenke ihm den ewigen Frieden, uns aber einen guten Bürgermeister zum Wohle der ganzen Gemeinde. R.I.P. Am 22. Juli wurde endlich mit den Wiederherstellungsarbeiten am Ökonomiegebäude des Pfarrhofes, die schon 1915 kommissionell festgestellt und bewilligt waren, begonnen. Am 31. Juli war das Zimmer-„höbn“, wozu vom Pfarrer die Nachbarn eingeladen wurden, die trotz der trabigen Zeit jeder gerne einen Mann zur Hilfe schickten. Gott vergelte es ihnen. Um 11 Uhr Vormittag war die gefährliche Arbeit vorüber. Im ganzen wurde circa 4 Wochen gearbeitet. Da der Geldwert seit der Kommission 1915 so tief gesunken ist, war von Seite des Zimmermeisters ein neuer Kostenvoranschlag notwendig. Derselbe wurde mit circa 13.000 K vom Staatstechniker in Steyr für richtig befunden und vom Patronat und Gemeinde angenommen. Trotz der schriftlichen Verpflichtung des Zimmermeisters
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