Pfarrchronik Grünburg 1873 - 1968

- 122 - Laut Erlass des hochw. bisch. Ordinariates vom 12. Mai wurden Kraft apostolischer Vollmacht vom 16.12.1916 die Stiftungsverbindlichkeiten an der Pfarrkirche Grünburg reduziert. 19. März bis 15. Juni war hochw. Herr P. Johann Eibl von Liefering in Salzburg, zuletzt als Cooperator in Pusarnitz in Kärnten verwendet, in Grünburg. Derselbe lass nicht nur die hl. Messe, sondern leistete auch in der Seelsorge erwünschte Aushilfe, besonders in der österlichen Zeit im Beichtstuhle. Er erhielt über Ansuchen des Pfarramtes die Jurisdiktion für 1 Jahr. Etwas sonderbar erscheint, dass sein Orden ihn einfach auf unbekannte Zeit Urlaub gibt ohne sich um dessen weiteres Schicksal im geringsten zu kümmern. Visitation und Firmung Am 22. Juni kam der Hochwürdigste Herr Bischof Dr. Johannes Maria Gföllner von Steyr, wo er am 21. in der Stadtpfarre gefirmt und am 22. Vormittag in der Vorstadtpfarre die Fronleichnamsprozession gehalten, über Waldneukirchen, Adlwang nach Grünburg zur canon. Visitation und Spendung des hl. Sakramentes der Firmung. Um 4 Uhr Nachmittag war der feierliche Empfang am Fuße des Pfarrerberges. Außer der Geistlichkeit hatten sich zur Begrüßung eingefunden: Die Herren Landesgerichtsrat Chimani und Richter Dr. Baron Bischoffshausen; Vizebürgermeister Gaspelmayr mit Gemeinderat Burgholzer und den meisten Christlich Sozialen Gemeinderäten, die Feherwehr unter dem Commando des Herrn Hans Winkler, die Musik, eine Abteilung der mar. Jungfrauencongregation Steinbach-Grünburg mit Fahnen unter Führung des H.H. Bachinger, die Schulkinder von Grünburg unter Führung des prov. Herrn Schulleiter Kalab, der Patronats-Kommissär Herr Förster Neubacher, die beiden Zechpröbste und eine große Schar von Gläubigen. Nachdem der Hochwürdigste dem Wagen entstiegen, begrüßte ihn der Pfarrer des Ortes im Namen der ganzen Pfarrgemeinde in einer kurzen Ansprache. Es folgte die übliche Vorstellung der Honoratoren und Vertreter. Herr Statthaltereirat Gustav Schmidegg hatte sich entschuldigen lassen, dass er wegen Teilnahme an der Generalversammlung des Krieger-Witwen und Waisen-Vereins in Linz leider vom Erscheinen verhindert sein, desgleichen ließ sich entschuldigen Herr Bürgermeister Anton Aigner, der schwer krank darniederlag. Unter Klängen der Musik und Glockengeläute erfolgte der Einzug in die Pfarrkirche unter den üblichen Ceremonien. Der Hochwürdigste hielt eine Ansprache vom Altar aus, in der er seiner Freude über den schönen Empfang Ausdruck gab und allen, die dazu beitrugen, von Herzen dankte. Es sei ein Bekenntnis des Glaubens die Ehrung des Bischofes. Das Volk möge in dieser schwierigen Zeit den Seelsorgern ihre Aufgabe erleichtern durch Treue und Gehorsam. Bei der darauffolgenden Religionsprüfung konnte sich der Hochwürdigste überzeugen, dass trotz des mangelhaften Schulbesuches in den letzten Kriegsjahren, trotz des Umsturzes infolge des unglücklichen Ausganges des Krieges die Schulkinder in den religiösen Wahrheiten gut unterrichtet sind. Hoch derselbe hat auch den Katecheten seine volle Zufriedenheit ausgesprochen. In Gegenwart der beiden Zechpröpste erfolgte die canonische Visitation im Pfarrhofe. Alle Einzelheiten: Wertpapiere, Sparbücheln, Kirchenrechnung, Stiftungskatas-

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