Pfarrchronik Grünburg 1873 - 1968

- 119 - nahme beauftragte Bau- und Zimmermeister Clara Alois aus Melk ließ die Glocke durch seine geschulten Arbeiter herab nehmen, welche Arbeit glatt ohne Unfall vor sich ging. Die Glocke wurde gegen den Willen des Pfarrers in seiner Abwesenheit vom Turme herab geworfen. Diese derben Leute scheinen das Wort nicht zu kennen: „Sancta sancte tractanda“. Die Glocke hat laut behördlicher Wage 310 kg. Der Zeisermayr führt sie am 24. November nach Untergrünburg, wo sie mit ihren Kameradinnen von Steinbach und Waldneukirchen auf die Bahn verladen wird. Wir rufen ihr nach: Lebe Wohl! Auf Wiedersehn! - und zwar mit begründeter Hoffnung, da nun Russland die Hand zum Waffenstillstand und dadurch zum baldigen Frieden bietet. Die Glocke blieb bis zum 10. Dezember auf dem Bahnhofe in Untergrünburg liegen. 5. Dezember Am 5. April beschloss der OÖ. Landesausschuss den Katecheten pro Klasse und Jahr 100 K Remuneration zu geben. Die erste Rate per 100 K kam am 5. Dezember an. Der Pfarrer behielt, da er die 3.Klasse hat, 50 K und verteilte die 100 K an die H.H. Kooperatoren Lehner und Kaltenbrunner. Den Geistlichen wurden in diesem Jahre von der Regierung Teuerungszulagen gewährt. Pfarrer und Kaplan erhalten jeder 612 K, wovon die Hälfte 306 K - 2 K Stempel = 304 K am 14. Dezember durch die Postsparkasse ausgezahlt wurde. 1918 Am 8. März wurden die 36 Stück Prospektpfeifen im Gewichte von 18 ½ kg reines altes Zinn vom Orgelbauer Breinbauer in Ottenstein „ausgebaut“, da die Zinnpfeifen für die Heeresverwaltung requiriert werden. Für die gelieferten Zinnpfeifen erhielt die Pfarrkirche pro kg 15 K, zusammen 277 K 50 h ! Der Mesner für das „Ausbauen“-helfen, verpacken, und aufgeben pro Stück 4 K, zusammen 74 K. Auszeichnung im Kriege Fischlmeir Josef geb. 1899, k.k. Gebirgsartelleriereg. 208, laut Bezirkshauptmannschaft Kirchdorf 3788 vom 17.2. erhielt die bronzene Tapferkeitsmedaille. 12. März starb in Kremsmünster Herr Oberlehrer Carl Ahorner, der durch 34 Jahre die hiesige Volksschule leitete und fast ebenso lange Organist der hiesigen Pfarrkirche war. Erst Mitte September 1917 trat er in der Ruhestand und übersiedelte nach Kremsmünster zu seinem Sohne Wilhelm, der dort Besitzer des Gasthofe zum Erzherzog Max (unter dem Stifte) ist. Am Donnerstag, den 21. März wurde für ihn in der hiesigen Pfarrkirche ein hl. Requiem mit Libera abgehalten, an dem die Schulkinder unter Führung des Lehrkörpers, der Ortsschulrat, die Gemeindevertretung, P.T. Behörden, Vereine und Corporationen teilnahmen.

RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ4MjI2