Pfarrchronik Grünburg 1873 - 1968

- 116 - Schachenreiter Johann, Korp., 27. Infanterieregiment Silberne Tapferkeitsmedaille. 1.Klasse Fuchs Josef, Zugsführer, 2. Infanterieregiment, Silberne Tapferkeitsmedaille. 2.Kl. Burghuber Josef, Schütze , Bronzene Tapferkeitsmedaille Schellmann Johann, Schütze, Bronzene Tapferkeitsmedaille Rinnerberger Anton, Bronzene Tapferkeitsmedaille Hausleithner Alois, Artillerie 27. Artillerieregiment, Goldenes Verdienstkreuz am Bande der Tapferkeitsmedaille Am 13. November um 6 ¼ abends fiel der ledige Drechslergeselle Gottlieb Krall, etwas angeheitert, infolge der Dunkelheit von der Haunoldbrücke in die Steyr und ertrank. Am nächsten Morgen 7 Uhr wurde er bei der Wehr der Fabrik als angeschwemmte Leiche aus dem Flusse gezogen. 21. November Kaisertod Um 9 Uhr 5 Minuten abends ist unser geliebter Jubelkaiser nach fast 60-jähriger Regierung im 87.Lebensjahre, versehen mit den hl. Sterbesakramenten, gestorben. Gleich nach Erhalt der Trauerbotschaft wurde auf dem Kirchturm und im Pfarrhof die schwarze Fahne gehisst. Um 12 Uhr wurde die Sterbeglocke ¼ Stunde geläutet, hierauf trugen die ehrenden Stimmen aller Kirchenglocken in ¾ stündigem Geläute (12 ¼ - 1 Uhr) die Trauernachricht hinaus bis in die entlegensten Häuser der Pfarrgemeinde. Der Trauergottesdienst, hl. Requiem mit Libera wird am Mittwoch, den 29. November um ½ 10 in der Pfarrkirche Grünburg gehalten. An denselben nahmen über Einladung des Pfarramtes die Gemeindevertretung, Behörden, Vereine und Korporationen vollzählig teil. Am Begräbnistag des Kaisers, den 30. November, wurde zur Stunde des Begräbnisses um 3 Uhr nachmittags eine halbe Stunde mit allen Glocken geläutet. R.I.P. Dem greisen Jubelkaiser folgte in der Regierung dessen 29-jähriger Großneffe, Excellenz Carl Franz Josef als Kaiser Carl I. verheiratet seit 1912 mit Zita, Herzogin von Parma. 1917 Das Kriegsjahr 1917 brachte die Forderung neuer Opfer für das Vaterland. Am 4. Jänner fiel durch eine Fliegerbombe Franz Wieltsch beim k.k. Landwehrinfanterieregiment № 2, 8. Feldkompanie, Feldpost 53, geboren 1898. Er ist beerdigt in Lipa, Bezirk Seranna im Russenlande. Von der Heeresverwaltung wurden von allen Kirchenglocken 2/3 des Gesamtgewichtes in Anspruch genommen für Kriegszwecke. Grünburg musste, außer der im Juni 1915 freiwillig gespendete Glocke mit 166 kg, noch die große Glocke mit 550 kg dem Vaterlande opfern. Am Sonntag, den 28. Jänner, ertönte sie officiell zum letzten mal im harmonischem Geläute mit ihren beiden kleinen Schwestern. Es wurde nach dem hl. Segen eine halbe Stunde mit allen Glocken geläutet.

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