Pfarrchronik Grünburg 1873 - 1968

- 113 - Zur Förderung der U-Bootaktionen entwickelte sich die Freitagsgesellschaft im Nebenzimmer des Herrn Artner zur „U-Platte“, deren Mitglieder 20 Heller für gemeinnützige Zwecke leisteten. 29. Juni Am Feste der hl. Apostelfürsten Petrus und Paulus wurde in der Pfarrkirche ein feierlicher Dankgottesdienst mit Predigt, Amt und Te Deum abgehalten für die großartigen Waffenerfolge im Mai und namentlich für die Rückeroberung von Lemberg am 22. Juni, an welchem die P.T. Behörden und Korporationen und Vereine teilnahmen. August Frau Ritter spendete eine Garnitur Messkännchen, 12 Lavabotüchl und 12 Purificatorien. Vergelts Gott! Dieselbe Frau spendet eine Altardecke für den Seitenaltar, ein sehr schönes und praktisches Altartuch für den Hochaltar und eine Altardecke dazu. Im November widmete dieselbe einen schönen selbst gehäkelten Spitz auf ein Rochett. Paramentenreparatur durch die Schulschwestern 70 K. Anfang September war die Aufnahme der Metallvorräte, im Oktober die der Getreidevorräte, letztere wurde dann anfangs Dezember nach dem Ausdresch noch einmal vorgenommen. Der Pfarrer hat unter Einsichtnahme in alte Stiftbriefe einen neuen Stiftungskataster angelegt, welcher vom Hochwst. bischöfl. Ordinariat revidiert und vollständig richtig befunden wurde. Zugleich wurde über Ansuchen des Pfarrers folgende Reduzierung der Stiftmessen vorgenommen: Die Grubmühler Stiftung № 9 für ein Requiem samt Libera wird auf 2 Messen reduziert, und die Straßerstiftung № 26 für 1 Requiem und 2 Messen auf 3 Messen. Der Bezug der Organisten per 36 h und 42 h fällt der Kirche zu. Die 4 Straßer’schen Stiftmessen № 27 werden auf 3 reduziert; die 4 Straßer’schen Stiftmessen №. 26 werden auf 2 reduziert laut Erlass des Hochwst. bischöfl. Ordinariats in Linz von 21. September 1915 Z.933 KV. Aufgrund der päpstl. Vollmacht vom 16.2.1910. Wegen des beständigen Steigens der Ölpreise und Wachspreise sorgt der Pfarrer für einen mäßigen Vorrat in diesen Gegenständen mit je circa 120 K. Der Pfarrer hat mit den Kirchensitzen Ordnung gemacht, hat die Sitze nummeriert, einen Plan angelegt, eine Kirchensitzordnung mit neuen Klassen, vom Hochwst. bischöfl. Ordinariat genehmigt, eingeführt. Jetzt weiß doch jeder welche Kirchensitze ihm gehören, was der Preis der jährlichen Lösung der Miete, und wann ein Sitz neu zu mieten ist. Die Preise und Güte der Kirchensitze sind folgende: Sitze I. Klasse, solche welche den Anblicke des Hochaltares und der Kanzel ermöglichen, kosten bei der Miete 5 K, bei jährliche Lösung 40 K. Sitze II. Klasse, welche den Anblick der Kanzel oder des Hochaltares ermöglichen, kosten bei der Miete 4 K, bei der jährlichen Lösung 30 K. Sitze III. Klasse, von denen man weder auf den Hochaltar noch auf die Kanzel sehen kann, kosten bei der Miete 3 K, bei der jährlichen Lösung 20 K. Die Sondersitze im Gebetsraum über der Sakristei gehören zu den Sitzen I. Klasse. Die Ecksitze kosten bei der Miete um 1 K, bei der jährlichen Lösung um 10 Heller mehr.

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