- 109 - Wie überall auf Anordnung wurde auch in hiesiger Pfarrkirche ein feierliches Requiem, zu dem die Behörden erschienen waren, gehalten. 31. August Wahl des neuen Papstes Benedict XIV, der frühere Kardinal Jakob Della Chiesa September Nach Beginn des Krieges bildete sich in Grünburg ein Behelfskomitee zur Unterstützung der armen Frauen, deren Männer zu des Kaisers Fahnen eilten. 30. Oktober Kriegserklärung der Türkei 4. November Tod des Herrn Pfarrers Georg Fierlinger Nachdem der verstorbene Herr Pfarrer Fierlinger am 1. November das letztemal die hl. Messe gelesen, begab er sich nach Hause, sichtlich an Kraft geschwächt. Mittags konnte er mit dem Kooperator schon nicht mehr Speisen und musste in seinem Zimmer bleiben. Montag, den 2. November schrieb er noch eigenhändig ein Gesuch um Erlaubnis im Zimmer zelebrieren zu dürfen. Dienstag war er schon recht schwach. Am Mittwoch, den 4. November dauerte der Zustand an. Um 9 h vormittags kam der Arzt Dr. Ignaz Fraidl und befragt ob er versehen werden soll, gab er zur Antwort: Am Donnerstag ist es auch noch recht. Der Herr Kooperator hatte für Mittwoch Kinderbeichte um ½ 1 h nachmittags angesagt, weshalb der Herr Pfarrer von Steinbach, Anton Rubenzer kommen sollte um zu helfen. In der Meinung Herr Rubenzer sollte dem Patienten beichthören - es noch Zeit - waren wir betrogen worden. Der Tod macht alles anders. Als ich um 10 h von der Schule nach Hause kam und im Garten Brevier betete, da kam mir die Dienstmagd entgegen und sprach, ihr gefalle der Herr Pfarrer nicht mehr. Er war aber immer noch außer Bett. Ich schickte daher gegen 11 h den Knecht Ferdinand Hubmer nach Steinbach, der Herr Pfarrer solle gleich kommen. Ich selbst ging nun hinauf ins Zimmer zu ihm und sagte dem Patienten, dass Herr Pfarrer Rubenzer kommen werde um ihn beicht zu hören. Es war gegen ½ 12 mittags. Ich ging hinab um zu Essen, die Dienstmagd blieb im Zimmer. Da auf einmal fing die Magd mit der Hausglocke über dem Bette zu läuten an, ich lief, was ich laufen konnte, sofort in mein Zimmer ums hl. Öl, und als ich ins Sterbegemach kam sah mich Herr Pfarrer noch einmal an und er war verschieden. Mit Müh und Not, dass ich die hl. Ölung noch erteilen konnte. Wer hätte sich das gedacht, um ½ 12 h war er noch außer Bett, angezogen und begehrte zu Essen. Kaum hatte er gegessen begehrte er ins Bett. Sein letztes Wort war: „O mein Gott“. Die zur Beichte versammelten Kinder beteten nun einen Rosenkranz in der Kirche. Kaum war der Herr Pfarrer verschieden kam Herr Rubenzer - leider zu spät, ein Schlagfluß hatte seinem Leben ein so jähes Ende bereitet. 7. November Leichenbegängnis 16 Priester begleiteten ihn zu Grabe. Er ruhe sanft, der treue Tote. Seinen ganzen Nachlass vermachte er der Pfarrkirche Grünburg.
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